Paris. Beim französischen Front National zeichnet sich wenige Wochen nach den Parlamentswahlen ein Kurswechsel in der Frage des Euro-Ausstiegs Frankreichs ab. Im Wahlkampf hatte Parteichefin Marine Le Pen einen raschen „Frexit“ stets als vorrangiges politisches Ziel vertreten. Jetzt scheint sich eine eher moderatere Linie durchzusetzen.

Der FN zog mit der Kurskorrektur am Wochenende im Rahmen einer zweitägigen Klausurtagung in Paris die Lehren aus den zurückliegenden Wahlgängen. Zwar bekräftigte die Parteispitze ihre „Opposition gegen die Europäische Union”, aber auch ihren Willen, „die Wahlbotschaft der Franzosen in Betracht zu ziehen” – namentlich „die Sorgen bezüglich der Eurofrage”. Der FN spricht sich deshalb nun für einen neuen Zeitplan aus. Während des nächsten Präsidentschaftsmandates solle Frankreich nach und nach seine Souveränität zurückgewinnen. Dies beginne mit der Wiedereinführung der nationalen Grenzen. Die Rückkehr zur nationalen Währung werde „diesen Prozeß beenden”. Im Klartext würde Le Pen den Euro-Ausstieg damit erst 2027 anpacken – aber auch nur, wenn sie 2022 gewählt wird.

Der neue Kurs wird im September den Parteimitgliedern zur Abstimmung unterbreitet. Es würde sich so oder so um eine Kompromißlösung handeln. FN-Vize Florian Philippot, die rechte Hand von Marine Le Pen, kämpft weiter für den Euroausstieg. Eher bürgerlich-konservative Parteikreise werfen Le Pen und Philippot dagegen vor, das zentrale Zuwanderungsthema gegenüber der Euro-Frage zu vernachlässigen.

 

Quelle: Zuerst

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