In Russland laufen Arbeiten zur Entwicklung von Marschflugkörpern mit Elementen der künstlichen Intelligenz. Mit ihnen soll schon in wenigen Jahren zu rechnen sein. Dies teilte der Generaldirektor der Korporation „Taktische Raketenwaffen“, Boris Obnossow, bei der internationalen Raum- und Luftfahrtmesse MAKS 2017 bei Moskau mit.

„In dieser Richtung erfolgen Arbeiten. Das ist ein sehr ernsthafter Bereich, wo grundlegende Forschungen vonnöten sind. Zum jetzigen Zeitpunkt sind bestimmte Erfolge zu erkennen, doch wir müssen noch einige Jahre arbeiten“, zitiert die Zeitung „Rossijskaja Gaseta“ Boris Obnossow.

Der Oberkommandeur der russischen Fliegerkräfte, Viktor Bondarjow, sagte zuvor, dass der russische aussichtsreiche Komplex der Fernfliegerkräfte mit Raketen mit künstlicher Intelligenz ausgerüstet werden soll. Ein Marschflugkörper mit einem installierten Intellekt soll selbstständig die Luft- und Radar-Situation einschätzen sowie entscheiden, in welche Richtung und mit welcher Geschwindigkeit geflogen wird und welche Ziele ausgewählt werden. Der strategische Raketenträger der neuen Generation soll seinen ersten Flug 2019 absolvieren, in zwei Jahren starten die staatlichen Tests. Darüber hinaus haben Wissenschaftler und Ingenieure des Forschungsunternehmens Pribor in Sankt Petersburg 57-Millimeter-Artilleriegeschosse entwickelt, die mit einem ferngesteuerten Zündungssystem ausgestattet sind.

Smarte Artilleriegeschosse unterscheiden sich von außen nicht von einfachen Geschossen, doch ihre wichtigste Besonderheit besteht im Vorhanden eines kleinen Zündkopfes mit künstlicher Intelligenz. So kann man das Geschoss vom Zeitpunkt des Schusses bis zur Explosion zu einem bestimmten Zeitpunkt programmieren. Diese Zeit wird automatisch vom Computer je nach der Entfernung bis zum Ziel berechnet. Beim Anflug zum Ziel explodiert das Geschoss und bewirkt eine Wolke aus Tausenden Schrapnell-Kugeln, die eine kleine Drohne bzw. ein Aufklärungs-Quadrocopter außer Betrieb setzen kann.

 

Quelle: Sputnik