Nach der beschlossenen Verschärfung der Russland-Sanktionen durch den US-Kongress haben viele Politiker in Moskau und im Westen von einer weiteren Welle der Verschlechterung der ohnehin schlechten Beziehungen zwischen den USA und Russland gesprochen, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Donnerstag.

Der einzige Ort, wo Moskau und Washington weiterhin kooperieren, ist ein kleines Gebiet im Südosten Syriens nahe at-Tanf, wo ein vollwertiger Austausch von Informationen zwischen US-amerikanischen und russischen Militärs erfolgt und alle akuten Fragen abgestimmt werden.

Dieses Gebiet wird momentan von der von den USA unterstützten syrischen Opposition kontrolliert. Washington macht keinen Hehl daraus, dass in diesem Gebiet Spezialeinheiten der Koalition im Einsatz sind – die US-Einheiten Delta, eine Einheit des britischen 22. SAS-Regiments und Vertreter ähnlicher Strukturen aus anderen Koalitionsmitgliedsländern. Die Amerikaner demonstrierten mehrmals, dass sie dieses Gebiet um jeden Preis verteidigen werden. Alle Versuche der syrischen Regierungskräfte, at-Tanf einzunehmen, stießen auf Widerstand der Luftstreitkräfte der Koalition. Mit der Kontrolle über dieses Gebiet ist das Pentagon in der Lage, den Verkehr zwischen dem schiitischen Bagdad und dem schiitischen Damaskus zu blockieren. Die Koalition hat es geschafft, fast die gesamte syrisch-irakische Grenze unter ihre Kontrolle zu nehmen.

Während des Treffens des russischen Präsidenten Wladimir Putin mit seinem amerikanischen Amtskollegen Donald Trump am Rande des G20-Gipfels wurde neben Arbeitsfragen auch die Einrichtung einer Sicherheitszone nahe der Stadt at-Tanf besprochen. Wie es aus dem Umfeld des US-Außenministeriums heißt, ging Putin auf Zugeständnisse gegenüber Trump ein, indem at-Tanf als Sicherheitsbereich anerkannt wurde, wobei die US-geführten Koalitionstruppen weiterhin die Kontrolle haben. Die USA strichen den Rücktritt Assads von der Agenda. Diese Vereinbarung bedeutete de facto, dass Moskau in die Präsenz des US-Militärs in Syrien einwilligte.

Allerdings sagte der Sprecher des Stabes der Anti-Terror-Operation in Syrien, Oberst Ryan Dillon, bereits vor dem Treffen der Präsidenten in Bezug auf das Gebiet at-Tanf: „Mit Russland wurde vereinbart, dass es sich konkret um eine Sicherheitszone handelt“. Damals wurde diese Behauptung von Außenminister Sergej Lawrow dementiert. Bereits nach dem Gipfel in Hamburg schrieb das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf US-Regierungsbeamte, dass die US-Administration mit Russland geheime Verhandlungen über die Einrichtung einer Sicherheitszone im Südwesten Syriens und einen Waffenstillstand an der Trennungslinie der syrischen Regierungskräfte und der gemäßigten syrischen Opposition führe.

Andererseits gibt es auch eine Äußerung des Chefs des Special Operations Command, General Raymond Thomas, bei der jüngsten Sicherheitskonferenz in Aspen. „Russland kann die USA auf das Fehlen legitimer Gründe für die Präsenz in Syrien hinweisen, wo das Pentagon ohne Genehmigung von Damaskus Militäroperationen gegen Terroristen durchführt… die Russen werden uns sagen – Warum seid ihr immer noch in Syrien? Und das Pentagon wird keine Antwort darauf finden. Sollten die Russen dazu greifen, können wir dort nicht bleiben, während die Russen bleiben können“. Diese Konferenz fand nach dem G20-Gipfel statt, nach der im Umfeld Trumps von der Bereitschaft gesprochen wurde, die Beziehungen zu Russland zu verbessern. Das Weiße Haus sprach von Plänen, die militärische Unterstützung für die gemäßigte Opposition in Syrien abzubauen. Es stellt sich also heraus, dass der US-Kongress entgegen dem Kurs des Präsidenten vorgeht und bewusst auf eine Zuspitzung mit Moskau eingeht.

 

Quelle: Sputnik

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