China drohte vor kurzem, vietnamesische Stützpunkte anzugreifen, falls Hanoi die Öl- und Gaserschließung im umstrittenen Teil des Südchinesischen Meeres fortsetzen sollte. Das schreibt die Zeitung «Nesawissimaja Gaseta» am Donnerstag.

Vietnam nahm diese Drohung ernst und beauftragte den spanischen Ölkonzern Repsol, die Erschließung einzustellen. Diese Arbeiten hatten vor etwa einem Monat begonnen. Die Bohranlagen befinden sich in ungefähr 250 Meilen vor der südöstlichen Küste Vietnams, in der Nähe der Spratly-Inseln. Die Medienberichte über diesen Zwischenfall sind kontrovers. Laut Reuters geht es um das Gebiet, das Peking für sich reklamiert und wo auch seine Anlagen liegen.

Ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums erklärte jüngst, die Volksrepublik besitze die „unumstrittene Souveränität“ über die Spratly-Inseln und den Meeresgrund dort. Ohne Vietnam beim Namen zu nennen, forderte der Sprecher „die entsprechende Seite“ auf, die Erschließung dort zu stoppen.

Carl Thayer von der Australian Defence Force Academy nannte Pekings Drohung in Richtung Vietnam „eine beunruhigende Eskalation der Ansprüche und Angriffslust Chinas“. Angesichts dessen sollte die Debatte in den USA und anderen Ländern über die Militarisierung des Südchinesischen Meeres durch Peking intensiviert werden.

Vorerst besteht die Strategie Washingtons darin, regelmäßig Kriegsschiffe und Militärflugzeuge in die umstrittenen Teile des Südchinesischen Meeres zu schicken. Die US-Amerikaner behaupten, an den Gebietsstreitigkeiten zwischen China und dessen Nachbarn nicht teilzunehmen. Ihnen gehe es nur darum, das Prinzip der freien Schifffahrt im Südchinesischen Meer zu verteidigen. Aber diese Erläuterung ist nicht gerade überzeugend: In Wahrheit soll verhindert werden, dass die chinesische Expansion als legitim angesehen wird. Nicht umsonst bemüht sich Washington darum, dass Japan, Australien und Indien an den Patrouillen im Südchinesischen Meer teilnehmen.

In Peking wird derweil nicht passiv herumgesessen. Laut der Zeitung „South China Morning Post“  hat bereits ein großes Experiment mit Unterwassergleitern (Glider) begonnen, unbemannten Tauchgeräten, die gegnerische U-Boote orten und entsprechende Informationen sofort an das eigene Kommando weiterleiten. Unterwassergleiter können mehrere Tage lang autonom bleiben, sind nahezu geräuschlos und können von gegnerischen U-Booten kaum geortet werden.

Darüber wird sich in Washington Sorgen gemacht. Laut der Website „Asia Times” sagte der CIA-Vizechef Michael Collins, die aktuelle Aufmerksamkeit für Russland und seine Fähigkeit, die liberale Weltordnung zu zerstören, lenke die Öffentlichkeit von China als viel größerer Gefahr ab. Nach seinen Worten ist das Reich der Mitte in der Lage, den US-Interessen deutlich mehr als Russland zu schaden.

 

Quelle: Sputnik

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