Vier deutsche Bürgerinnen, die im irakischen Mossul festgenommen worden sind, sind laut „Spiegel“ nicht nur die Ehefrauen von IS-Terroristen: Sie haben auch für die Sittenpolizei des „Islamischen Staates“ gearbeitet.

Wie „Spiegel“ am Freitag unter Berufung auf deutsche Sicherheitsbehörden berichtet, war die Sittenpolizei der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS, auch Daesh) in den Städten Rakka und Mossul aktiv. Sie sorgte zum Beispiel dafür, dass sich Frauen an die Kleiderregeln der Dschihadisten hielten. Frauen, die sich nicht verhüllten oder Make-up unter dem Gesichtsschleier trugen, wurden ausgepeitscht.

Zuvor hatte der Generalbundesanwalt erklärt, er ermittelt gegen vier deutsche Bürgerinnen, die in Mossul festgenommen worden seien. Sie werden verdächtigt, Mitglieder einer terroristischen Vereinigung zu sein.

Medienberichten zufolge haben die irakischen Militärs während der Befreiungsoperation in Mossul etwa 20 Islamistinnen aus verschiedenen Ländern festgenommen. Unter anderem ermittelt der Generalbundesanwalt gegen die 16-jährige Linda W. aus Sachsen. Die Schülerin war vor knapp einem Jahr, im Sommer 2016, aus ihrem Heimatort Pulsnitz (Kreis Bautzen) verschwunden und von ihren Eltern als vermisst gemeldet worden. Kurz davor war sie zum Islam konvertiert. Vor ihrer Reise in den Nahen Osten soll sie über Online-Chats Kontakt zu IS-Anhängern gehabt und sich nach ihrer Ankunft diesen angeschlossen haben.