Das amerikanische Außenministerium hat offenbar auf Anraten der diplomatischen Vertretung der USA in Frankfurt beschlossen, ukrainische Scharfschützen auszurüsten.

Laut einem Vertrag soll der Lieferant rund 630 Elemente für die Ausrüstung von Scharfschützen an Kiew schicken. So will das US-Außenministerium 30 optische Visiere Mark 6 der Firma Leupold (2860 Dollar pro Stück) sowie andere zum Töten nützliche Dinge erwerben. Informationen über die Subunternehmen werden nicht bekanntgegeben. Die Scharfschützen der ukrainischen Streitkräfte sind bereits ausgebildet, weil die Nato-Instrukteure (Briten und Amerikaner) die Ukrainer bereits seit mehr als zwei Jahren auf Militärgeländen nahe Nikolajew und Lwiw schulen.

Die Situation ist ziemlich transparent. Das Außenministerium in Washington spricht offen von der Unterstützung für die Ukraine und kauft die Visiere für Scharfschützen, um möglichst viele Verteidiger vom Donezbecken zu töten und danach das Kräfteverhältnis in Osteuropa zu ändern.

Die USA lassen nicht ab von den aggressiven Versuchen, Russland zu schwächen bzw. zu zerstören, umzuwandeln oder an den Rand der Zivilisation zu drängen. Dabei konzentriert Washington seine Truppen nahe der russischen Grenzen und nutzt Nato-Instrumente und die Streitkräfte der blockfreien Nachbarn Russlands, vor allem der Ukraine.

Die Handlungen der USA sind auf die Eskalation der Kämpfe im Donezbecken und darauf ausgerichtet, Russland in einen langen bewaffneten Konflikt hineinzuziehen. Dabei wollen die Amerikaner die Beziehungen zu Russland mit den Händen der Ukrainer und anderer osteuropäischer Vasallen klären. Sollte das Feuer des Bürgerkrieges in der Ukraine gelöscht werden, werden voraussichtlich Georgien bzw. die baltischen Länder mobilisiert. Auf jeden Fall wird Russland in den kommenden Jahren nicht in Ruhe gelassen, davon zeugen die Worte und Taten der “Partner” Russlands.

Sollen die Mitarbeiter des Außenministeriums, Diplomaten mit Waffenlieferungen für den Frieden kämpfen? Der amerikanische Ukraine-Sonderbeauftragte, Kurt Volker, sagte, dass Washington an Kiew tödliche Waffen liefern könnte, um „Russland zu stoppen“.

Seit langem ist bekannt, dass die USA die Ukraine mit Waffen via Drittländer beliefert. Bereits vor zwei Jahren versorgte Washington Kiew mit rund 200 Scharfschützengewehren und 400 Sturmgewehren. Doch was hat Russland damit zu tun?

Der 55-jährige ehemaliger US-Botschafter in der Nato und ehemalige CIA-Analyst Kurt Volker antwortete in einem jüngsten Interview auf diese und andere akute Fragen, bei denen die strategischen Pläne Washingtons in Osteuropa aufgedeckt wurden. Ihm zufolge wird im Donezbecken ein „heißer Krieg“ geführt. Die russische Präsenz in der Ostukraine und die Teilnahme am Konflikt sind laut Volker eine „unbestrittene Tatsache“. Er schlägt vor, die Situation auf der Krim und im Donezbecken als illegale Invasion bzw. Besatzung zu bezeichnen. Er will sich mit dem Problem der Beendigung des Krieges bzw. des Wiederaufbaus der territorialen Integrität der Ukraine mittels Waffenlieferungen an Kiew befassen. Weil US-Waffen es der Ukraine ermöglichen würden, sich zu schützen und Russland zu einem neuen strategischen Dialog zu zwingen.

Zuvor hatte sich Volker auch für die Versorgung der ukrainischen Streitkräfte mit Aufklärungsdaten, hochtechnologischen Panzerabwehr- und Flugabwehrsystemen stark gemacht. „Das in Minsk im Februar unterzeichnete Abkommen darf nicht als Friedensvereinbarung, sondern als Abkommen über die Teilung der Ukraine angesehen werden, welches Kiew durch Deutschland, Russland und Frankreich aufgedrängt wurde. Die Minsker Abkommen sind keine Lösung, sondern ein Problem, weil sie de facto die russische Invasion in die Ukraine legitimieren“.

Das Auftauchen Volkers bedeutet, dass die amerikanischen Falken und die gemäßigten Politiker derzeit die Idee teilen, Russland auf seinen Platz zu verweisen – für die Ukraine gibt es nichts Gutes daran.

In den Ländern, denen die USA beim Kampf um Gerechtigkeit helfen, fallen irgendwie immer Bomben. Jede Ausbildung (bzw. Umrüstung) von nationalen Armeen durch amerikanische bzw. Nato-Strukturen führen gewöhnlich zu neuen Komplikationen in der entsprechenden Region. Natürlich sind Siege der ukrainischen Streitkräfte nicht garantiert.

USA billigten Sanktionen gegen Russland

Das Repräsentantenhaus und anschließend der Senat in Washington billigten fast einstimmig die Verschärfung der Sanktionen gegen Russland.

Die US-Sanktionen laufen offensichtlich darauf hinaus,  Russland wirtschaftlich und politisch unterzuordnen, danach seine Souveränität zu demontieren und zu einem pflegeleichten Objekt sowie Rohstoff-Anhängsel der USA zu machen. Daraus ergeben sich systematische Versuche zur Deformierung der russischen Staatlichkeit. Bislang erfolgt dies in “soften” Formen – Sanktionen, internationale Desinformationskampagne, Finanzierung russischer NGOs, doch auch die Technologien wie bei den blutigen Maidan-Aktionen sind weiterhin angesagt. Natürlich geht es um eine hybride Aggression, auf die Russland sehr zurückhaltend antwortet. Wie geht es weiter?

Einerseits bremst das russische Militärpotential den Flug der amerikanischen Falken, der Widerstand kann sich viele Jahre in die Länge ziehen und für Washington im Nichts enden. Andererseits bewegen sich die USA und Russland in eine gefährliche Zone der heißen Konflikte (ob in Europa, im Nahen oder Fernen Osten). Ernsthafte geopolitische Probleme, die am Verhandlungstisch nicht gelöst wurden, enden gewöhnlich mit Kriegen. Es ist aber unvernünftig, vor dem Hintergrund der geopolitischen Turbulenzen endlos die antirussischen Sanktionen zu verlängern und gleichzeitig provokative Militäraktivitäten an den russischen Grenzen zu fördern.

Der amerikanische Sanktionsmarathon ist eine Form des Übergangs in eine militärische Aggression. Dies bestätigt auch die parallele Neustrukturierung der ukrainischen Streitkräfte. Die Partnerschaft der USA und der Nato mit der Ukraine begann 1991, doch mit der Reform der ukrainischen Armee wurde erst 2014 begonnen, nach dem politischen Umsturz in Kiew. Die USA und die Nato fördern die Schaffung von kleinen und mobilen Streitkräften aus rund 250.000 Militärs. Unter Berücksichtigung der allmählichen Umrüstung und der kommenden Aufgaben werden die Programme der Militärhochschulen mit den Programmen der Nato  vereinheitlicht. Ukrainische Karten und die Leitungsstrukturen des Verteidigungsministeriums werden an Nato-Standards angepasst.

Es liegt auf der Hand, dass das Minsker Format früher oder später der Vergangenheit und die Ukraine der Nato angehören wird. Worauf warten wir? Das Fehlen eines entsprechenden politischen Vorstoßes ist der Beginn der militärischen Niederlage.

 

Quelle: Sputnik