Mitglieder der Jugendorganisation Arran, die mit der Partei „Kandidatur der Volkseinheit“ verbunden ist und die Unabhängigkeit Kataloniens von Spanien zu erwirken versucht, haben laut Medienberichten die Verantwortung für den Überfall auf einen Touristenbus in Barcelona übernommen.

Am Sonntag hatte die Assoziation in den sozialen Netzwerken ein Video verbreitet,  wo zu sehen ist, wie vier Jugendliche mit vermummten Gesichtern einen Touristenbus mit Insassen auf einer Straße stoppen, dessen Reifen durchstechen und auf die Frontscheibe die Worte schreiben „Tourismus tötet die Region“. Weder der Busfahrer noch die Touristen kamen dabei zu Schaden. Der Vorfall soll sich am Donnerstagabend ereignet haben, wurde aber erst jetzt bekannt.

In der von der Organisation Arran verbreiteten Mitteilung wird erklärt, der Terrorismus „vernichtet das Territorium und verurteilt die Arbeiterklasse zur Armut“. „Das gegenwärtige Tourismusmodell, unter dem wir alle auf dem katalonischen Boden leiden, nimmt der Arbeiterklasse die Möglichkeit, würdevoll zu leben. Wir handeln im Interesse des rechtmäßigen Schutzes gegen ein Modell, das uns in Sklaven und das Land in einen Vergnügungspart verwandeln will, durch das allein die Bourgeoisie und das Kapital gewinnt“, heißt es ferner.
Die Aktivisten erinnerten daran, dass dies nur eine ihrer Aktionen gegen den Tourismus gewesen sei. In der vergangenen Woche habe Arran eine ähnliche Aktion in Palma de Mallorca (Balearen) veranstaltet, und in Valencia hatten ihre Mitglieder Appartments „besetzt“, um deutlich zu machen, dass diese rechtswidrig an Touristen vermietet werden.

Die im Jahr 2012 gegründete linksradikale Jugendorganisation Arran war an mehreren aufsehenerregenden Aktionen beteiligt, die mit der Forderung nach Kataloniens Unabhängigkeit verbunden sind. Im März überfielen ihre Aktivisten die katalonische Filiale der Volkspartei in Barcelona und blockierten auch die Börse in Barcelona. Das Ziel dieser beiden Aktionen war es, die Durchführung eines Referendums über die Unabhängigkeit durchzusetzen.

Wie die Bürgermeisterin von Barcelona, Ada Colau, via Twitter erklärte, „kann der Protest gegen den Tourismus niemals durch die Einschüchterung von Menschen oder Sachbeschädigung erfolgen“.

Der Berater für Tourismus der katalonischen Hauptstadt, Agustí Colom, sprach von einem „Einzelfall“ und meinte, dass er nicht das Verhältnis der Einwohner den Touristen gegenüber widerspiegle.

Indes sind in Barcelona oft Aufschriften gegen Touristen zu sehen. Zudem gibt es in der Stadt mehrere Organisationen der Einwohner, die von den Behörden verlangen, die mit dem riesigen Touristenzustrom verbundenen Probleme zu regeln, insbesondere die illegale Vermietung von Wohnraum.

 

Quelle: Sputnik

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