Wien. Der Hamburger Messer-Angriff eines islamistischen „Flüchtlings”, der sein Opfer am Freitag das Leben kostete, führte einmal mehr vor Augen, welche Gefahr Rückkehrer aus dem „Dschihad” in nahöstlichen Kriegsgebieten darstellen. In Österreich hat jetzt das Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) erklärt, daß „religiös motivierter islamistischer Extremismus und Terrorismus die größte Bedrohung für die innere Sicherheit Österreichs” darstellen.

141 erkannte „Personen mit Gefährdungspotential” halten sich derzeit in Österreich auf. Bei einem erheblichen Anteil gehen die Behörden davon aus, daß die Betroffenen auf Seiten der Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) gekämpft und dort möglicherweise Verbrechen begangen haben.

Insgesamt waren zum Jahresende 2016 296 „Foreign Fighters” aus Österreich bekannt, sagte der Direktor des BVT, Peter Gridling, bei der kürzlichen Vorstellung des BVT-Jahresberichts. Ein Gefährdungspotential im Inland stellen davon 141 Personen dar: 90 Rückkehrer und 51 an der Ausreise in den Dschihad gehinderte Personen. Weitere 45 den Behörden bekannte Kämpfer aus Österreich wurden im Ausland getötet, so das BVT. Die übrigen 110 Betroffenen dürften sich nach wie vor außerhalb des Landes aufhalten.

Der Verfassungsschutz unterstreicht in seinem Bericht: „Ein Rückkehrer kann im Kampfgebiet an Kampfhandlungen bzw. an einer militärischen Ausbildung teilgenommen haben oder im Bau von Sprengvorrichtungen und zur Durchführung von Selbstmordanschlägen geschult worden sein.” Die zahlreichen europaweiten Terroranschläge hätten gezeigt, daß man diese Art der Bedrohung nicht unterschätzen dürfe.

Derzeit prognostizieren die Sicherheitsbehörden, daß sich die Zahl der Dschihad-Rückkehrer in den kommenden Monaten erhöhen dürfte. In Syrien ist der IS unter massivem Druck, im Irak konnte sein „Kalifat“ vor kurzem vernichtet werden. Die europäischen Sicherheitsbehörden befürchten, daß zumindest ein Teil der bis zu 6000 ausgereisten Islamisten zurückkommen könnte. Etwa ein Drittel soll bereits wieder in den Heimatländern sein, berichtete unlängst die „Welt“.

 

Quelle: Zuerst

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