Gewalt ist in Ordnung, solange sie für einen guten Zweck eingesetzt wird. Das suggerieren außerordentlich gut produzierte und spannende Superhelden-Blockbuster seit jeher. Viele Superhelden tragen die Farben der US-Flagge und kämpften ursprünglich gegen deutsche, japanische und später auch gegen russische Agenten.

Fast jeder kennt und liebt sie, die Superhelden aus dem Hause Marvel oder DC. Tolle Comics, tolle Geschichten und auch tolle Hollywood-Blockbuster. Aber was steckt hinter den Actionhelden, die auffällig oft in den Farben der US-amerikanischen Landesflagge designt wurden?

Ein Paradebeispiel ist Captain America. Im Jahr 1941 im Vorfeld des Eintritts der USA in den Krieg gegen Deutschland, trat er gegen in den ersten Comics gegen deutsche Agenten und Spione an.

Als muskelbepackter Supersoldat, der die US-Nationalflagge als Dress trägt, verfügt er allerdings nur über ein Schutzschild, möchte sich demnach nur gegen Angreifer verteidigen. Ab den 1950er Jahren durfte sich Captain America dann gegen sowjetische Agenten und Spione verteidigen.

Ähnlich sieht es mit Superman (= Übermensch) aus. Ebenfalls in rot und blau gekleidet kämpfte auch er ab 1941 gegen deutsche und japanische Truppen. Superman-Comics waren während des Zweiten Weltkrieges unter US-Soldaten sehr beliebt.

In Deutschland waren die Comics verboten und wurden als „jüdische Propaganda“ bezeichnet. Nicht selten wurden feindliche Staatsoberhäupter wie Hitler oder Mussolini in früheren Geschichten lächerlich gemacht.

Spiderman und Thor, während der Kubakrise erfunden

Auch Marvels Goldesel „Spiderman“, im Jahr 1962 erfunden, ist rot-blau-weiß gestaltet, verfügt über Superkräfte und setzt seine Fähigkeiten natürlich ausschließlich für das Gute ein.

Interessant: Der bösartige Vorgesetzte J. Jonah Jameson, der Peter „Spiderman“ Parker intellektuell klar unterlegen ist, trägt das weltweit bekannte Oberlippenbärtchen. Thor, ebenfalls in blau und rot, wurde auch 1962 erfunden. Übrigens: Der Kalte Krieg erreichte im Jahr 1962 während der Kubakrise seinen Höhepunkt.

Eines haben alle Superhelden ohnehin gemeinsam: Gewalt ist legitim, solange sie für das Gute eingesetzt wird. Doch wer entscheidet, was das Gute ist?

Superhelden = Propaganda der Gewalt?

Der russische Medien-Watchdog Roskomnadzor hat sich der Sache im Jahr 2014 angenommen, da in den Marvel-Comics russische und sowjetische Symbole ins Lächerliche gezogen wurden. Zudem bezeichnete das Unternehmen die Marvel-Helden als „Propaganda des Gewaltkults“.

Insbesondere in Comics „The Avengers“ kämpften die Helden gegen „Diener der Russischen Föderation“, welche sowjetische Symbole tragen und für „Gewalt und Grausamkeit“ stehen. Für die russischen Ausgaben hat die Marvel-Muttergesellschaft Walt Disney angekündigt, die sowjetischen Symbole zu entfernen, berichtete die Moscow Times im Jahr 2014.

 

Quelle: Gegenfrage.com