Die Entscheidung der ukrainischen Behörden über die Vermietung eines Teils des Kernkraftwerkes Tschernobyl ist laut dem Experten Stanislaw Mitrachowitsch eher eine politische PR-Aktion. Wie er gegenüber dem Portal „rueconomics“ sagte, sind Einspeisevergütungen eine Hürde dafür, dass diese Initiative ein nützliches Projekt sein wird.

„Die Suche Kiews nach Investoren für den Bau der Kraftwerke in der Sperrzone von Tschernobyl führt vor allem aus wirtschaftlichen Gründe zu nichts. Die deutschen Konsumenten zahlen beispielweise für die,umweltfreundlicheʻ Energie hohe Tarife – ihre Gewinnung durch erneuerbare Energien hat einen hohen Selbstkostenpreis“, so der Experte.

Die Energietarife in der Ukraine wachsen ihm zufolge rapide und ohne Einspeisevergütungen können viele Bürger kommunale Dienstleistungen nicht bezahlen. Unter diesen Bedingungen könne ein Investor die Einführung von Ausgleichstarifen für sich selbst nicht fordern, weil das Einkommen der Bevölkerung rapid sinke.

„Die Entwicklung der Alternativenergie ist nur für reiche Länder typisch“,  erläuterte er.

Zuvor hatte der Fonds des Staatsvermögens der Ukraine die Vermietung eines Teils des Kernkraftwerkes Tschernobyl angekündigt.

Der ukrainische Ministerpräsident Wladimir Groisman hatte im April 2017 mitgeteilt, dass der Bau der ersten Photovoltaik-Freiflächenanlage in der Tschernobyl-Zone bald eingeleitet werden solle. Dieses Projekt sei „eine der wichtigsten Aufgaben der Regierung“. Damals hatte auch der ukrainische Minister für Ökologie und Naturressourcen der Ukraine, Ostap Semerak, gesagt, dass erste erneuerbare Energien aus der Sperrzone bereits noch in der ersten Jahreshälfte geliefert werden solle. Bisher habe es keine Berichte über den Start solch einer Station gegeben.

Die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl ereignete sich am 26. April 1986 in Block 4 des Kernkraftwerks nahe der ukrainischen Stadt Prypjat. Auf der siebenstufigen internationalen Bewertungsskala für nukleare Ereignisse wurde sie als erstes Ereignis der Kategorie katastrophaler Unfall eingeordnet.

 

Quelle: Sputnik