Zwei US-Bomber haben einen Flug über die Koreanische Halbinsel in Begleitung japanischer und südkoreanischer Kampfjets absolviert, schreibt die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ am Montag.

US-Präsident Donald Trump wirft China vor, Nordkorea bei der Beschaffung von Devisen zu unterstützen, und versprach, dem ein Ende zu setzen. Peking bezeichnete die Anschuldigungen Trumps als Erpressung. Der chinesische Staatschef Xi Jinping betonte, er würde jeden Aggressor zerschlagen.

Westliche, japanische und südkoreanische Experten diskutieren derzeit aktiv darüber, welche Gebiete die am Freitag von Pjöngjang getestete Rakete erreichen könnte. Denver und Chicago – so lautete ihre Schlussfolgerung. David Wright, Mitglied des US-Verbandes der Wissenschaftler, schrieb in seinem Blog, dass die Rakete eine Entfernung von 10.400 Kilometern zurückgelegt haben könnte. Doch im russischen Verteidigungsministerium hieß es, dass die Flugparameter den Eigenschaften einer Mittelstreckenrakete entsprachen. Sie legte etwas mehr als 700 Kilometer zurück. Dennoch setzt Washington auf Muskelspiele. Zwei B-1B-Bomber, die vom Flugplatz Guam starteten, flogen über die Koreanische Halbinsel. Sie wurden von japanischen und südkoreanischen Kampfjets begleitet.

Laut dem Militärexperten Viktor Litowkin haben die Nordkoreaner keine Interkontinentalraketen. Ihre Reichweite liege bei höchstens 2000 Kilometern. Bei Interkontinentalraketen handele es sich um mehr als 5500 Kilometern.

„Den russischen Angaben kann man vertrauen. Eine Radarstation im Gebiet Irkutsk deckt das Gebiet von Alaska bis Indien ab. Sie bestimmt genau die Flugbahn der Rakete und den Ort, wo sie niedergehen kann“, so der Experte.

Die Amerikaner sorgen für großes Aufsehen um diese Raketenstarts. Sie wollen ihre Handlungen gegen Nordkorea rechtfertigen. Natürlich verstößt Pjöngjang gegen alle Forderungen des UN-Sicherheitsrats. Da gibt es keine Zweifel. Doch die Amerikaner dämonisieren Nordkorea, sie wollen nicht das Problem an sich lösen. Es kann aber gelöst werden. Ein Nichtangriffsabkommen muss her und dem nordkoreanischen Regime zugesichert werden, es nicht stürzen zu wollen. Doch die Amerikaner wollen dies nicht. Nordkorea sei für sie nur ein Anlass – das Ziel sei, sich der Küste Russlands und Chinas anzunähern und das Raketenabwehrsystem in Südkorea zu stationieren, so der Experte.

Der Raketenstart schob erneut die Beziehungen der USA zu China und Russland in den Vordergrund. Der Ton wird von Trump diktiert. Er schrieb auf Twitter, dass er von China sehr enttäuscht sei. „Unsere dummen Anführer der Vergangenheit ermöglichten den Chinesen, Hunderte Milliarden Dollar pro Jahr beim Handel zu verdienen. Allerdings machen sie nichts für uns in Bezug auf Nordkorea. Nur Gespräche. Wir werden nicht zulassen, dass dies fortgesetzt wird. China könnte dieses Problem auf einfache Weise lösen!“

Auch US-Außenminister Rex Tillerson kritisierte China und auch Russland scharf. Er bezeichnete diese zwei Länder als Hauptsponsoren des nordkoreanischen Programms zur Entwicklung von Raketen- und Atomwaffen. Während Tillerson von einer erwünschten friedlichen Lösung sprach, sagte der Kommandeur der US-Luftstreitkräfte im Pazifischen Ozean, General Terrence J. O’Shaughnessy, dass man bereit sei, auf Befehl Nordkorea einen schnellen, tödlichen Schlag zu versetzen.

China betrachtet die Drohungen der USA allerdings als Bluff.

„Zur militärischen Variante, mit der die Amerikaner drohen, wird es wohl nicht kommen. Die Einsätze sind zu hoch. Das ähnelt eher einer Erpressung als einer realen Möglichkeit“, sagte Liu Ming, Direktor des Zentrums für Korea-Studien in Shanghai.

Die neuen Spannungen in Korea fielen zeitlich mit dem 90. Jahrestag der Gründung der Volks- und Befreiungsarmee Chinas zusammen. Auf einem Gelände in dem autonomen Gebiet Innere Mongolei fand eine Parade mit 12.000 Soldaten, Einheiten der Panzertruppen, Luftstreitkräfte und anderer Typen des Militärs statt.

 

Quelle: Sputnik

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