Die Flugshow unter Beteiligung von Su-35-Kampfjets bei der Luft- und Raumfahrtmesse MAKS 2017 bei Moskau hat den Westen offenbar tief beeindruckt, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Dienstag.

Laut einigen Quellen wurde in den USA sogar die Veröffentlichung von Videos mit fliegenden Su-35-Maschinen verboten, damit amerikanische Piloten nicht gedemütigt werden. In anderen Ländern wie China, Indien, Indonesien usw. zeigt man dagegen großes Interesse an den russischen Fliegern. Auch das russische Verteidigungsministerium plant den Kauf von mehr als 90 Su-35-Maschinen bis 2020.

Auf dem internationalen Markt schwerer Mehrzweck-Kampfjets dominieren aktuell das russische Modell Su-30 und die US-Militärflugzeuge F-15 bzw. F/A-18 verschiedener Modifikationen. Zwischen 2013 und 2016 wurden insgesamt etwa 130 Kampfjets für mehr als sieben Milliarden Dollar verkauft. Dabei ist Russland, dessen Marktanteil in diesem Segment 87 Prozent ausmacht, der unumstrittene Spitzenreiter.

Der Su-35-Kampfjet, der der Generation 4++ angehört, ist eine wesentlich verbesserte Version der Modelle Su-27 und Su-30. Das ist aktuell der modernste Mehrzweck-Kampfjet, der nicht nur die Überlegenheit in der Luft sichert, sondern auch äußerst effizient bei Schlägen gegen Boden- und Seeziele ist.
Zum ersten Mal wurde dieses Modell bei der Show MAKS-2007 dem Publikum gezeigt.

2008 wurde auf einem US-Fliegerstützpunkt auf den Hawaii-Inseln eine Schlacht zwischen Su-35 auf der einen Seite und F-22, F/A-18 und F-35 auf der anderen Seite modelliert. Die Ergebnisse waren für die Amerikaner schockierend: In 20 Luftduellen mit den Su-35 haben sie nur eines gewonnen. Diese Pleite wurde damals auf die Supermanövrierbarkeit des russischen Flugzeugs zurückgeführt, dank der es gegen „Stealth“-Maschinen des Gegners gewinnt.

Erwähnenswert ist, dass die in Übersee angebrachte Luftschlachttaktik sich auf drei Momente stützt: „Als Erster entdecken, als Erster zuschlagen und vernichten“. Zwar könnten F-22- und F-35-Maschinen als Erste den Su-35 entdecken (was aber auch nicht unbedingt so wäre), aber um Waffen einzusetzen, müssen sie sich dem Gegner annähern, aber dann hat schon der Russe laut Experten von „Defense Industry Daily“ den Vorsprung, denn die Luft-Luft-Raketen der Amerikaner hätten nicht genug „Intelligenz“, um zu bestimmen, wo sich der supermanövrierfähige Su-35 im nächsten Moment befinden wird. Nicht umsonst nannte „Stern“ den Su-35 das gefährlichste russische Kampfflugzeug.

Im Februar dieses Jahres modellierten die Forschungsagentur Air Power Australia und die auf die Produktion von Flugübungsgeräten spezialisierte Firma Rep Sim einen Kampf unter Beteiligung von jeweils 240 F-35- und Su-35-Maschinen. Dabei wurden zwar alle russischen Flugzeuge „vernichtet“, wobei aber nur 30 US-Flugzeuge erhalten geblieben sind. Wichtig ist allerdings, dass der Su-35 der Generation 4++ angehört, der „Amerikaner“ aber der fünften. Angesichts dessen riet das australische Vereinigte Komitee für auswärtige Angelegenheiten, Rüstungen und Handel der nationalen Luftwaffe (und de facto auch anderen Ländern), vorerst auf den Kauf von F-35-Maschinen zu verzichten.

Zudem ist auch das Preis-Qualitäts-Verhältnis des Su-35 viel besser als bei dem US-Modell F-22 Raptor. Eine solche Maschine kostet nahezu eine halbe Milliarde Dollar, während für diese Summe eine ganze Su-35-Staffel gekauft werden kann.

Angesichts dessen ist es also kein Wunder, dass sehr viele Länder ausgerechnet den russischen Flieger kaufen wollen. Und bald wird auch die Export-Modifikation des Kampfjets T-50 der fünften Generation dem Publikum gezeigt. Also muss sich Russland offenbar keine Sorgen um seine Rolle als Branchenführer in diesem Marktsegment machen.

 

Quelle: Sputnik