Die USA haben sich laut dem EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker verpflichtet, Entscheidungen zu den Sanktionen gegen Russland nur in Absprache mit ihren Verbündeten zu treffen.

„Ich habe beim G7-Gipfel in Taormina, Italien, und beim G20-Gipfel in Hamburg, Deutschland, gesagt, dass, falls die Amerikaner dies täten (neue Sanktionen erlassen – Anm. d. Red.), wir innerhalb von Tagen bereit wären, darauf adäquat zu antworten“, hieß es auf der Webseite der EU-Kommission.

Das habe dazu geführt, dass ein Großteil des vorgesehenen Volumens bezüglich der antirussischen Sanktionen zurückgedreht worden sei.
„Der amerikanische Kongress hat nun festgelegt, dass diese Sanktionen nur in Absprache mit den Alliierten der USA stattzufinden hätten. Und ich gehe noch immer davon aus, dass wir Alliierte der USA sind“, so Juncker. „Wir müssen unsere Wirtschaftsinteressen auch gegenüber den USA verteidigen. Und das werden wir auch tun.“

Bei der Umsetzung der Sanktionen können also stets europäische Interessen Berücksichtigung finden. Sollte dies nicht passieren, behalte sich Juncker mögliche Gegenmaßnahmen vor. Sollten amerikanische Strafmaßnahmen konkret europäische Unternehmen benachteiligen, die mit Russland im Energiesektor im Geschäft sind, sei die EU bereit, innerhalb von Tagen adäquat zu reagieren.

„Wir sind vorbereitet“, sagte Juncker in einem Hörfunk-Interview mit dem ARD-Europastudio Brüssel.

Donald Trump hatte am Mittwoch nach langem Zögern ein vom Kongress geschnürtes Sanktionspaket gegen Russland, den Iran und Nordkorea unterzeichnet. Der US-Präsident selbst steht den neuen Strafmaßnahmen kritisch gegenüber und warnt sogar vor Schaden für Amerikas Wirtschaft und Verbündete. Er legte jedoch kein Veto ein, weil es im Kongress genug Stimmen gab, um das Veto zu blockieren.

Weil die neuen Sanktionen auch europäische Unternehmen und die Energieversorgung in Europa gefährden, stoßen sie auch in der EU auf Widerstand. Die EU-Kommission hat den USA mit Vergeltungsmaßnahmen gedroht.

 

Quelle: Sputnik