Bei der Wahl der Transportwege für Energieressourcen richtet sich Russland laut Kreml-Sprecher Dmitri Peskow nach der Zweckmäßigkeit und nicht nach politischen Motiven.

„Es geht nicht um die Politik, sondern um das Geschäft“, äußerte Peskow. „Wenn es wirtschaftlich sinnvoll ist, den Akzent auf diese oder jene Transportwege zu setzen, so werden wir dies auch tun.“

Der Sprecher des russischen Präsidenten betonte, Russland sei auch in Europa stets ein bewährter Garant der Energiesicherheit für seine Kunden gewesen und werde auch in Zukunft alles Notwendige tun, um diesen Status beizubehalten.
Zuvor hatten Medien berichtet, dass der russische Exporteur Gazprom nach dem Wegfall der Nutzungsbeschränkungen für die Pipeline-Anbindungsleitung (OPAL) den Gastransit durch die deutsche Leitung aufgestockt hatte. Zugleich pumpt der russische Staatskonzern weniger Erdgas durch die Ukraine und die Slowakei.

Die Ostsee-Pipeline war 2011 von Russland direkt nach Deutschland gebaut worden, um die Abhängigkeit von dem instabilen Transitland Ukraine zu verringern. Zum Jahreswechsel 2008/2009 war es zu einem mehr als zwei Wochen langen Lieferstopp für europäische Verbraucher gekommen, weil die Ukraine das Transitgas für sich abzweigte. Laut „Wedomosti“ könnten dem finanziell angeschlagenen Land nun Hunderte Millionen Dollar Transiteinnahmen entgehen, sollte die OPAL-Leitung voll ausgelastet werden.

 

Quelle: Sputnik