Donald Trump hat das Gesetz zur Erweiterung der US-Sanktionen gegen Russland abgesegnet, das von beiden Häusern des Kongresses mehrheitlich gebilligt worden war. Die russischen Gegenmaßnahmen ließen nicht lange auf sich warten, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Donnerstag.

Es ist eine neue Realität in den russisch-amerikanischen Beziehungen entstanden, mit der wir alle leben müssen. Man kann natürlich endlos darüber diskutieren, warum dies geschah und ob man eine solche Entwicklung hätte vermeiden können. Doch es gibt keinen Rückweg mehr – weder für Washington noch für Moskau. Deswegen ist es jetzt wichtig, die Situation nüchtern einzuschätzen.

Sanktionen – das ist natürlich sehr schlecht. Allerdings sollte man nicht in Verzweiflung fallen. Letzten Endes diktiert die Globalisierung allen ihre Regeln – sowohl jenen, die Sanktionen einführen, als auch jenen, gegen die sie gerichtet sind. In der heutigen Welt gibt es immer mehr Probleme, die eine umfassende internationale Kooperation erfordern. Zudem gibt es auch viele Bereiche, in denen Russland und die USA kooperieren sollten – ausgehend von den eigenen Interessen. Heute ist es wichtig, sie rechtzeitig zu definieren und diese Möglichkeiten nicht zu verpassen.

In der heutigen Welt sind alle Staaten – groß oder klein, arm oder reich – besorgt über Sicherheitsprobleme. Das 21. Jahrhundert wird wohl unter dem Zeichen wachsender Risiken und Herausforderungen für die Sicherheit stehen. Dabei gibt es in der Welt immer weniger Inseln der Stabilität. Jeden Tag kommen aus verschiedenen Orten der Welt Berichte über Terroranschläge, die Hunderte Menschenleben fordern. Bislang werden von Selbstmordattentätern gewöhnliche Sprengsätze genutzt. Doch es gibt keine Garantie dafür, dass nicht noch bedrohlichere Waffen in ihre Hände gelangen könnten. Das ist nur eine Frage der Zeit, weshalb die internationale Gemeinschaft diese Bedrohung begreifen und zur Kooperation übergehen muss.

Russland und die USA sind nicht nur die größten Atommächte in der Welt. Aus objektiven Gründen sind sie mehr als andere dazu imstande, die Welt zur Konfrontation oder zur Zusammenarbeit zu bewegen. Es kann der Eindruck entstehen, dass nach der Einführung der Sanktionen gegen Russland unsere Wege für lange Zeit auseinandergehen und wir nur noch miteinander streiten werden. Falls man diesen Weg geht, werden wir bald auf sehr negative Folgen stoßen.
Auch wenn dies derzeit paradox erscheint: Russland und die USA haben keine andere Wahl als die Suche nach Kooperation. In Hamburg sprachen sich Wladimir Putin und Donald Trump bei ihrem ersten Treffen für Zusammenarbeit aus. Dabei bestimmten sie konkrete Richtungen – Syrien, Ukraine und Cyber-Sicherheit, was besonders aktuell ist. Auf die Umsetzung dieser Vereinbarungen sollten die Anstrengungen der Seiten gerichtet werden. Dann wird auch allmählich das Vertrauen wiederhergestellt, und die Sanktionen werden überwunden.

 

Quelle: Sputnik