Die Bundeswehr will neue schwere US-Transporthubschrauber statt den veralteten Sikorsky CH-53 beschaffen. Deren Wartung würde gerne die deutsche Industrie übernehmen – wohl auch, um Einblicke in die Technik der Konkurrenz zu bekommen. Doch das deutsche Verteidigungsministerium erteilt den Lobbyisten nun eine Abfuhr, meldet die Tagesschau.

Die deutschen Hersteller und Zulieferer von Luftfahrttechnik würden an Kauf und Wartung von neuen Transporthubschraubern gerne verdienen und wenigstens die Instandhaltung der Maschinen übernehmen – schon deshalb, weil man selbst keine geeigneten Helikopter im Angebot hat.
Laut einem Schreiben des Bundesverbandes der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI) an das Verteidigungsministerium geht es um die „Souveränität Deutschlands“. Es sei unerlässlich, Kauf und Betreuung der Helikopter vertraglich zu entkoppeln. Nur durch den Rückgriff auf nationale Ausrüster und Zulieferer werde es möglich sein, die Souveränität Deutschlands zu gewährleisten, zitiert die Tagesschau den BDLI-Vize Dirk Hoke. Er fordere auch gleich, dass die Amerikaner umfangreiche technische Datensätze und Bauzeichnungen liefern.

Doch die Staatssekretärin im Verteidigungsministerium, Katrin Suder, erteile den Wünschen des BDLI nun in deutlichen Worten eine deftige Absage, hieß es. In der Antwort auf den Brief der Lobbyisten schreibt die für Rüstung zuständige Spitzenbeamtin, sie teile die Befürchtungen des Verlusts von Souveränität und Handlungsfähigkeit „ausdrücklich nicht“. Sie würde es aber „ausdrücklich begrüßen“, wenn die deutsche Industrie die Kooperation mit den Amerikanern suchen würde.
Die derzeitigen Maschinen der Bundeswehr des Typs CH-53 der US-Firma Sikorsky werden seit 1972 eingesetzt und gelangen trotz umfangreicher Modernisierungen in den vergangenen Jahren in absehbarer Zukunft ans Ende ihrer wirtschaftlich sinnvollen Nutzungszeit, heißt es in dem Artikel.

Nachfolger könnte die aktuelle Version der CH-53 sein oder der CH-47 „Chinook“ des Konkurrenten Boeing. Man wolle keine Neuentwicklung, sondern verfügbare Maschinen „von der Stange“. Und die neuen Hubschrauber sollen auch gleich in Kombination mit einem Betreuungs- und Instandhaltungspaket geordert werden. Begründet werde dies mit einem erwarteten Zeitgewinn im Beschaffungsverfahren, klareren Verantwortlichkeiten und höherer Kostentransparenz, so der Artikel.

 

Quelle: Sputnik