Am 07. August 1973 bombardierte ein US-Bomber irrtümlich ein kambodschanisches Dorf und warf 20 Tonnen Bomben über der Ortsmitte ab. Zwei Drittel des Dorfes wurden schwer beschädigt oder zerstört, 400 Dorfbewohner starben oder wurden verstümmelt.

Während des kambodschanischen Bürgerkriegs und Vietnamkriegs geriet Neak Leung ins Zentrum der internationalen Aufmerksamkeit, als ein amerikanischer B-52 Bomber irrtümlich 20 Tonnen Bomben über der Ortsmitte abwarf. Flightglobal schrieb damals sogar von 20 Bomben mit einem Gesamtgewicht von 30 Tonnen.

Circa 30 tiefe Krater wurden in die 1,5 Kilometer lange Hauptstraße gerissen. Ein Drittel des Dorfes Neak Leung wurde vollständig zerstört, ein weiteres Drittel wurde schwer beschädigt, darunter der Marktplatz und eine Kaserne.

Die amerikanische Botschaft entschuldigte sich und gab Geldgeschenke in Höhe von „ein paar Hundert Dollar“ an die Familien der Opfer. Viele dieser großzügigen „Geschenke“ gingen an Überlebende, die mehrere Gliedmaßen verloren hatten.

Operation MENU

Neak Leung liegt nur wenige Kilometer entfernt von Kambodschas Hauptstadt Phnom Penh, welche zwischen 1969 und 1972 schwer von der US-Luftwaffe bombardiert wurde. Im Zuge der „Operation MENU“, einer geheimen Luftoffensive, wurde Kambodscha zwischen März 1969 und Mai 1970 aus der Luft bombardiert.

Geheim deshalb, weil die US-Bevölkerung den sogenannten Vietnamkrieg generell nicht unterstützte und die Bombardierung Kambodschas für noch größeren Widerstand gesorgt hätte. Kambodscha war politisch neutral, diente jedoch als Nachschubroute nach Nordvietnam, weshalb 50.000 bis 150.000 Zivilisten ihr Leben lassen mussten.

„Wenn Zivilisten in Kriegen ums Leben kommen, behauptet das Militär stets es sei unbeabsichtigt, obwohl jeder weiß, dass sich zivile Opfer nicht vermeiden lassen. Insbesondere dann, wenn Waffen großflächig eingesetzt werden“, schreibt Crimesofwar.org. Das Massaker von Neak Leung wurde vom Regisseur Roland Joffé im Jahr 1984 im Film „The Killing Fields“ (s. hier) aufgearbeitet.

„Kriegsschulden“

Die US Air Force warf während des Vietnamkriegs insgesamt 500.000 Tonnen Bomben über Kambodscha ab. Um das völlig zerstörte asiatische Land wieder aufzubauen, lieh sich die Lon Nol Regierung 274 Millionen Dollar von Washington.

Da sich Kambodscha seit Jahrzehnten weigert, diese „Kriegsschulden“ zurückzuzahlen, hat sich diese Summe bis 2017 auf 500 Millionen Dollar erhöht, die Washington von Kambodscha fordert.

Die Zeitung Cambodia Daily schrieb am 08. März 2017: „Kambodscha schuldet den USA absolut nichts für die Zerstörung seines Volkes, seiner Wildtiere, seiner Reisfelder und der Wälder.“

 

Quelle: Gegenfrage