Die Mutter des in Kiew vor zwei Jahren ermordeten Journalisten Oles Buzina hat sich mit einer Klage gegen die Ukraine an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) in Straßburg gewandt. Dies teilt ihr Anwalt Renat Kusmin auf seinem Facebook-Account mit.

„Die Verhöhnung von Valentina Buzina, der Mutter des in Kiew ermordeten Journalisten Oles Buzina, durch die ukrainischen Behörden hat die Geschädigte gezwungen, sich mit einer Klage gegen den Staat Ukraine an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte zu wenden“, schreibt der Jurist. Ihm zufolge sei die Frau weder auf Verständnis noch auf Mitgefühl seitens der Behörden gestoßen, „der Generalstaatsanwalt, der Vorsitzende des Sicherheitsdienstes der Ukraine (SBU) und der Präsident haben es sogar abgelehnt, sie zu empfangen“.

Kusmin vermutet, dass der Vertreter der Ukraine im EGMR versuchen werde, die Prüfung dieses Falls zu blockieren, und dass der Grenzdienst die Anwälte nicht nach Straßburg reisen lassen werde.
„Doch das alles hat für uns keinerlei Bedeutung. Wir werden zur Teilnahme an diesem Fall führende europäische Experten für Menschenrechte und die besten europäischen Juristen einschalten, welche die ukrainische Macht weder wird festnehmen noch einschüchtern noch diskreditieren können“, so Kusmin. Er versprach zudem, die Öffentlichkeit über den Fall auf dem Laufenden zu halten.

Oles Buzina, ein ukrainischer Schriftsteller (er ist Autor von sieben Aufsehen erregenden Büchern), Journalist und TV-Moderator, war am 16. April 2015 von zwei Unbekannten vor seinem Haus in Kiew erschossen worden. Die Tatverdächtigen waren Ende 2015 aus der Untersuchungshaft entlassen und unter Hausarrest gestellt worden.

 

Quelle: Sputnik