Das Land mit den größten Ölreserven kommt nicht zur Ruhe. Am Sonntag kam es zu einem Angriff abtrünniger Soldaten auf einen Militärkomplex. Für den Umsturzversuch macht Venezuelas Staatschef die USA verantwortlich. Maduro kündigte an, die «Söldner und Terroristen» zur Rechenschaft ziehen.

Nach einer Attacke auf einen Militärstützpunkt am Sonntag hat Venezuelas sozialistischer Staatschef Nicolás Maduro eine harte Reaktion angekündigt. „Das ist ein Terrorakt gegen die Streitkräfte“, sagte er in seiner TV-Sendung „Domingos con Maduro“. Das Militär habe mit dem „Geist der Stärke“ reagiert. Die meisten der sieben Verhafteten seien Soldaten, die von „ultrarechten Gruppen“ angeheuert worden seien.

„Die Rechnung wurde aus Miami und Kolumbien bezahlt“, sagte Maduro. Einige der „Söldner und Terroristen“ seien flüchtig, auch der Rädelsführer. Der Präsident macht die USA und Kolumbien für den Umsturzversuch verantwortlich. Zuvor hatte US-Außenminister Rex Tillerson ihm seinen „freiwilligen Abgang“ nahegelegt. Andernfalls werden „wir das Regierungsgeschäft wieder auf Grundlage der Verfassung stellen“, sagte Tillerson vergangene Woche. Vergangenen Montag hatte Washington Sanktionen gegen Maduro verhängt.

Die Umstände des Umsturzversuchs führten zu Spekulationen und Befürchtungen in sozialen Netzwerken, der Vorfall könnte Anlass für einen massiven Gegenschlag wie nach dem Putschversuch in der Türkei sein.

Für viele kam es daher überraschend, dass noch am Sonntag der Chef der Partei Voluntad Popular, Leopoldo López, in den Hausarrest entlassen wurde. Er war erst am Dienstag festgenommen worden. López war zu fast 14 Jahren Haft verurteilt worden, weil er 2014 zu Oppositionsprotesten aufgerufen hatte, bei denen 43 Leute starben.

Entlassener Militär führte Putschversuch an

Maduro zufolge wurden bei der Attacke auf den Komplex Paramacay in Valencia, 170 Kilometer westlich von Caracas, zwei Männer getötet und einer verletzt. Dort hätten am Sonntagmorgen rund 20 „Söldner“ den Komplex angegriffen und seien zum Waffenlager vorgedrungen.

Dort befindet sich auch der Sitz einer wichtigen Panzerbrigade. Es sei Alarm ausgelöst worden und es habe Schusswechsel gegeben, einigen sei die Flucht gelungen. „Wir werden sie kriegen“, versprach Maduro. Anführer soll der abtrünnige Militär Juan Caguaripano gewesen sein. Er werde von den USA protegiert und habe sich zuletzt in Miami, Panama und Kolumbien aufgehalten, sagte Maduro.

Caguaripano war im Jahr 2014 untergetaucht, weil er damals schon seinen Widerstand gegen Maduro erklärt hatte und aus dem Militär ausgeschlossen worden war. In einem Internet-Video sagte er umringt von uniformierten Männern:

Wir sind in gemeinsamer Rebellion mit dem mutigen venezolanischen Volk gegen die mörderische Tyrannei von Nicolás Maduro. Das ist kein Staatsstreich, sondern eine Aktion von Militärs und Zivilisten, um die verfassungsgemäße Ordnung wiederherzustellen und um das Land vor der totalen Zerstörung zu bewahren und um den Mord an unserer Jugend zu stoppen.

Der Attacke vorausgegangen war die Einsetzung einer Verfassungsgebenden Versammlung mit 545 überwiegend den Sozialisten nahestehenden Delegierten. Die Versammlung ist dem Parlament übergeordnet, wo die rechte Opposition eine Mehrheit hat. Sie soll mindestens zwei Jahre tagen, neben der Reformierung der Verfassung wird sie alle relevanten politischen Entscheidungen treffen. Die Opposition sieht in der Versammlung ein Vehikel zum Umbau des Staates zu einer Diktatur.

Auch viele Staaten erkennen sie nicht an. Venezuelas Mitgliedschaft im südamerikanischen Wirtschaftsbund Mercosur wurde dauerhaft auf Eis gelegt. Mehrere Staaten drohen mit Sanktionen, die USA etwa halten sich einen Öl-Importstopp offen. Venezuela hat mit über 300 Milliarden Barrel die größten Ölreserven der Welt – diesen gilt das besondere Interesse der USA, wie von WikiLeaks veröffentlichte Dokumente zeigen.

 

Quelle: RT

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