Warschau wird den Import von Flüssigerdgas (LNG) aus den USA beginnen, wenn der Preis dafür auf ein konkurrenzfähiges Niveau gesenkt wird. Dies teilte Polens Außenminister Witold Waszczykowski im Interview mit der Agentur RIA Novosti mit. Zurzeit sei der Preis wesentlich höher als für russisches oder katarisches Gas.

„Wir werden, wir wollen, wir haben die Absicht, Gas aus den Vereinigten Staaten zu importieren, aber unter der Bedingung, dass der Preis im Vergleich zum Preis für Gas anderer Lieferanten wie Katar oder Russland konkurrenzfähig sein wird. Bislang ist das Gas aus den USA wesentlich teurer. Aber wenn sie einen Vertrag anbieten, der dem Gasimport aus Katar und anderen Regionen Konkurrenz machen würde, können wir dies in Erwägung ziehen“, so Waszczykowski.

US-Präsident Donald Trump hatte nach langem Zögern am Mittwoch ein vom Kongress verabschiedetes Sanktionspaket gegen Russland unterzeichnet.

Die Sanktionen richten sich zudem gegen alle Unternehmen, die sich an der Instandsetzung, der Modernisierung oder dem Ausbau russischer Exportpipelines beteiligen. Vor allem wollen die USA damit das Direktpipeline-Projekt Nord Stream 2 von Russland nach Europa verhindern.

Weil dadurch auch die europäischen Unternehmen wie Wintershall, Uniper, Engie und OMV betroffen und die Energieversorgung in Europa gefährdet sind, stießen die amerikanischen Sanktionen auch bei der EU auf Widerstand.

Mehrere europäische Politiker und Experten sehen das wahre Ziel der neuen Sanktionen darin, russisches Erdgas vom EU-Markt zu verdrängen und durch den Export amerikanischen Flüssiggases Arbeitsplätze in der Erdgas- und Erdölindustrie der USA zu sichern. Die EU-Kommission hat den USA mit Vergeltungsmaßnahmen gedroht. Wie diese aussehen sollen, bleibt zuerst unklar.

 

Quelle: Sputnik

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