Die Pläne Warschaus, eine Kapelle im westukrainischen Lwiw in Polens neuem Bürgerpass abbilden zu lassen, sind ein Zeichen dafür, dass Warschau über die Politik Kiews verärgert ist. Diese Ansicht äußerte der Politologe Igor Rjabow gegenüber dem Portal FAN.

Es handle sich dabei um die Unterstützung der radikalen Nationalisten und Anhänger von Stepan Bandera durch Kiew, so der Experte. Seiner Meinung nach hält es Polen auch für möglich, einen Teil seines früheren Territoriums, das heute zur Ukraine gehört, darunter Lwiw, zurückzugewinnen.
Rjabow schloss nicht aus, dass gerade Polen im Falle einer Aufteilung der Ukraine über das Schicksal deren westlichen Teils entscheiden wird. Warschau sei für Kiew weiterhin ein inoffizieller Garant für dessen EU-Integration, so der Politologe.

Das ukrainische Außenministerium hatte dem polnischen Botschafter Jan Pieklo eine Protestnote im Zusammenhang mit der Absicht des Innenministeriums und der Regierung Polens überreicht, die auf dem Lytschakowski-Friedhof in Lwiw befindliche Kapelle in einem neuen polnischen Pass abbilden zu lassen. Auch Litauen protestierte gegen den Plan Polens, die Abbildung des „Heiligen Tores“ in Vilnius im polnischen Bürgerpass zu platzieren.

 

Quelle: Sputnik