Eine Mehrheit der US-Bürger würde den Einsatz von US-Truppen in Korea unterstützen, sollte der Norden angreifen. Dies berichtete der Chicago Council on Global Affairs. Zuletzt hatte sich die Mehrheit der US-Bürger bei Umfragen noch gegen einen solchen ausgesprochen.

Die Unterstützung für einen militärischen Einsatz gegen Nordkorea wuchs damit von 47 Prozent vor zwei Jahren auf 62 Prozent in der jüngsten Umfrage des Council. Jedoch zeigte die Umfrage auch, dass die US-amerikanische Bevölkerung einen militärischen Erstschlag gegen Nordkorea ablehnt. Nur 28 Prozent der US-Bürger unterstützen einen Bodeneinsatz mit dem Ziel, Nordkoreas Atomanlagen zu zerstören. Hingegen sprechen sich 40 Prozent für Luftangriffe aus.

Ein Militäreinsatz birgt die sehr reale Gefahr eines Gegenschlages und einer Eskalation in sich und hat [daher], wie schon in vorherigen Umfragen, keine öffentliche Unterstützung», kommentierte der Council.

Dieselbe Umfrage ergab, dass sich eine klare Mehrheit von 76 Prozent der US-Amerikaner für weitere Sanktionen gegen Nordkorea ausspricht, obwohl die bisherigen noch keine Wirkung gezeigt haben.

Am 5. August beschloss der UN-Sicherheitsrat einstimmig, weitere Sanktionen gegen Pjöngjang zu verhängen. Der Beschluss verbietet die Ausfuhr von Kohle, Eisen, Blei und Meeresfrüchten aus dem isolierten Land.

Hintergrund sind die jüngsten Raketentests Nordkoreas im Juli. Sowohl Pjöngjang als auch Südkorea und die USA behaupten, dass es sich bei diesen um Interkontinentalraketen (ICBM) gehandelt habe. Das Sanktionspaket ist das mittlerweile siebente in elf Jahren.

Russland: Auch Militärübungen der USA und Südkoreas tragen zu den Spannungen bei

Die US-amerikanische UN-Botschafterin Nikki Haley erklärte auf der Sitzung des Sicherheitsrates, dass die neue Resolution die schärfsten Sanktionen beinhaltet, die die Vereinten Nationen bislang beschlossen haben.

Ihr Land werde besonnene Verteidigungsmaßnahmen treffen, um sich und die US-Verbündeten vor die nordkoreanische Bedrohung zu schützen, erklärte Haley.

Zwar sind sich die Vereinigten Staaten, Russland und China grundsätzlich darin einig, dass Nordkorea seine Atomwaffen- und Raketenprogramme aufgeben und zum Atomwaffensperrvertrag zurückkehren muss, jedoch unterscheiden sich ihre jeweiligen Lösungsvorschläge.

So kritisierte der russische UN-Botschafter Wassili Nebensja auch die Militärübungen, die US-Streitkräfte und Südkorea regelmäßig auf der koreanischen Halbinsel durchführen. Diese würden die Sicherheit in der Region bedrohen.

Nach der Abstimmung im Sicherheitsrat wiederholte der russische Außenminister Sergej Lawrow den gemeinsamen Vorschlag Russlands und Chinas für einen zeitgleichen Stopp der nordkoreanischen Atomwaffen- und Raketentests sowie der US-amerikanischen Militärübungen. Washington hatte diesen Vorschlag zuvor abgelehnt.

US-Sanktionen gegen chinesische Einzelpersonen und Unternehmen

Die Trump-Regierung versucht unterdessen, Druck auf China aufzubauen. Washington behauptet, dass Peking Nordkoreas atomare Ambitionen stoppen könnte, wenn es denn dies wollen würde, etwa durch das Einfrieren aller wirtschaftlichen Beziehungen mit dem Nachbarland.

Im Juni verhängte die US-Regierung Sanktionen gegen zwei chinesische Bürger und ein Transportunternehmen, da diese angeblich Nordkoreas Atomwaffen- und Raketenprogramm unterstützen würden. Zudem warf Washington einer chinesischen Bank vor, im Auftrag Pjöngjangs Geld zu waschen.

Ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums erklärte dazu, dass China stets einseitige Sanktionen außerhalb des Rahmens der Vereinten Nationen ablehnt. Peking forderte die USA auf, ihre «falschen Schritte sofort zu korrigieren».

Quelle: RT

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