Das Außenministerium der Ukraine hat nach eigenen Angaben entschiedenen Protest gegen die Pläne Warschaus erhoben, in einem neuen Bürgerpass die Abbildung einer Kapelle im westukrainischen Lwiw zu platzieren.

Der polnischen Botschafter wurde ins Außenministerium zitiert, wo ihm eine Protestnote im Zusammenhang mit der Absicht des Innenministeriums und der Regierung Polens überreicht wurde, die auf dem Lytschakowski-Friedhof in Lwiw befindliche Kapelle abbilden zu lassen.

Kiew betrachtet diese Pläne als einen „nicht freundschaftlichen Schritt“, der sich auf die Entwicklung der Partnerschaft der beiden Staaten negativ auswirke.

„Die Ukraine tritt gegen die Politisierung einzelner historischer Fakten auf, die die Entwicklung einer gegenseitig vorteilhaften strategischen Partnerschaft der Ukraine und Polens beeinträchtigen könnten“, hieß es aus dem ukrainischen Außenamt.

Es kommt zu immer neuen Auseinandersetzungen zwischen der Ukraine und Polen in Bezug auf geschichtliche Fragen. So hat der polnische Außenminister Witold Waszczykowski Anfang Juli erklärt, dass Polen eine Integration der Ukraine in die Europäische Union wegen der Glorifizierung des Chefs der Organisation der ukrainischen radikalen Nationalisten OUN, Stepan Bandera, nicht zulassen werde.

Darauf erklärte der ukrainische Botschafter Markijan Lubkiwski, früher Berater des ukrainischen Sicherheitsdienstes SBU, die Einsprüche der polnischen Seite seien „unfreundschaftlich“ und „unzeitgemäß“.

In Polen soll 2018 zum 100. Jahrestag der Unabhängigkeit des Staates ein Bürgerpass mit einem neuen Designe herausgegeben werden. Das Dokument soll unter anderem die Abbildungen der „Gedenkstätte der Jungen Adler“, zu der die genannte Kapelle gehört, sowie des „Heiligen Tores“ (Tor der Morgenröte) in Vilnius enthalten.

 

Quelle: Sputnik