Israel, die USA und Russland haben Anfang Juli eine Serie von Geheimverhandlungen geführt, bei denen es um die Waffenruhe im Süden Syriens und die Schaffung der Deeskalationszonen an der syrisch-israelischen und syrisch jordanischen Grenze ging. Dies berichtet die Zeitung „Haaretz“ unter Verweis auf israelische Beamte und westliche Diplomaten.

Diese Treffen sollen demnach in der jordanischen Hauptstadt Amman sowie in einer europäischen Hauptstadt stattgefunden haben, noch bevor die Syrien-Vereinbarung Russlands und der USA bekannt geworden war. Bei diesen Verhandlungen sei die israelische Seite gegen die Vereinbarung über die Deeskalationszonen eingetreten, indem sie erklärte, Moskau und Washington würden der Notwendigkeit, die iranischen Kräfte aus Syrien abzuziehen, nicht die gebührende Aufmerksamkeit schenken.

Die Quellen der Zeitung, die anonym bleiben wollten, erklärten, dass führende Diplomaten und Vertreter der Sicherheitskräfte  Israels, Russlands und der USA an den Verhandlungen teilgenommen hätten. Von israelischer Seite sollen Vertreter des Außen- und des Verteidigungsministeriums, des Auslandsgeheimdienstes Mossad und der Streitkräfte des Landes  zugegen gewesen sein. Die amerikanische Seite hätten der Stellvertreter des Beraters des Außenministers Michael Ratney sowie der Sonderbeauftragte des US-Präsidenten für die Internationale Anti-IS-Koalition, Brett McGurk, vertreten. Die russische Delegation habe der Syrien-Sonderbeauftragte des russischen Präsidenten, Alexander Lawrentjew geleitet.

Wie die Zeitung ferner schreibt, sollen an ein und demselben Tag in Amman zwei Syrien-Gespräche stattgefunden haben. Am ersten hätten die Vertreter Israels, Russlands und der USA teilgenommen, wobei Tel Aviv Washington und Moskau seine Position erläutert habe. Beim zweiten Treffen waren Israel, die USA und Jordanien vertreten. Mehrere Tage später sollen sich dann Vertreter Israels, der USA und Russlands in einer europäischen Hauptstadt zu Verhandlungen getroffen haben. Wie die Quelle der Zeitung mittteilte, haben daran im Vergleich zu den Gesprächen in Jordanien ranghöhere Vertreter dieser Länder teilgenommen.

Laut  den israelischen Beamten soll sich die  Diskussion darum gedreht haben, dass die Amerikaner und die Russen die Waffenruhe und die Schaffung von Deeskalationszonen als taktische und praktische Maßnahmen zur Stabilisierung der Lage sowie als Möglichkeit zur Konzentration der Kräfte im Kampf gegen die Terrormiliz IS und zur  Beilegung des Bürgerkrieges in Syrien betrachten. Israel sei indes der Meinung, dass die Vereinbarung auch die langfristige und strategische Perspektive betreffen müsse und sich auf das Maß des iranischen Einflusses in Syrien nach Kriegsende konzentrieren sollte.

Israel soll seinen Gesprächspartnern klar gemacht haben, dass die Vereinbarung die Lösung des Problems der iranischen Präsenz auf dem gesamten Territorium Syriens gewährleisten werden müsse. Der russischen und amerikanischen Seite sei mitgeteilt worden, dass jene den Abzug der iranischen Truppen des Korps der Wächter der Iranischen Revolution (IRGC) aus Syrien, der libanesischen Hisbollah und der schiitischen Volkswehrkräfte fordern sollten. Ansonsten könnten Israel und Jordanien einer Gefahr ausgesetzt sein.

Laut einer Quelle der Zeitung soll Israel mit der zwischen den USA und Russland abgeschlossenen Vereinbarung unzufrieden gewesen sein, da darin kein einziges Mal der Iran oder die Hisbollah erwähnt werden. Auch von der Präsenz iranischer Truppen in den übrigen Gebieten Syriens soll darin keine Rede gewesen sein.
Am 7. Juli war bekannt geworden, dass Experten Russlands, der USA und Jordaniens ein Memorandum über die Einrichtung einer Deeskalationszone im Südwesten Syriens im Raum der Ortschaften Deraa, Kuneitra und Suwaida unterzeichnet haben. Laut der russischen Seite hatten sich die USA und Russland verpflichtet die Einhaltung der Waffenruhe zu gewährleisten, die in dieser Zone am 9. Juli um 12:00 Ortszeit in Kraft getreten war.

 

Quelle: Sputnik

Метки по теме: ; ; ;