Russland ist führend bei der Entwicklung und Produktion von High-Tech-Rüstung. Ein neuer Beweis dafür ist die Marineversion des bekannten bodengestützten Kurzstrecken-Flugabwehrraketen-Systems Panzir, schreibt der Kolumnist von Sputnik, Alexander Chrolenko.

Der Marine-Flugabwehrkomplex Panzir-ME wurde Ende Juni in Sankt Petersburg im Rahmen der Internationalen Kriegsmarine-Ausstellung erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Der einem Roboter aus einem Sci-Fi-Film ähnliche Panzir-ME gebietet nicht nur durch sein bedrohliches Aussehen, sondern auch durch seine Einsatzmöglichkeiten Achtung.
Die leistungsstarke Artillerie-Raketen-Bestückung und das neueste integrierte optische Ortungs- und Lenksystem machen diese Waffe zum effektivsten Abwehrmittel. Panzir-ME schützt zuverlässig das Schiff in einer Treffweite von 20 Kilometern (in einer Höhe von zwei bis 15 Kilometern) vor allen modernen Luftangriffsmitteln: Marschflugkörpern, Überschall-Anti-Schiffsraketen, Fliegerbomben und Drohnen.

Die Raketen von Panzir zerstören Ziele mit einem teilbaren Gefechtskopf — einer Wolke aus spitzen Stahlstäben. Die zwei Sechsrohr-Kanonen mit einem Kaliber von 30 mm und einer Feuergeschwindigkeit von 5000 Schüssen pro Minute erweitern die Gefechtsmöglichkeiten des Komplexes wesentlich. Das Feuerleitsystem basiert auf der Anwendung der Phased-Array-Antenne, wobei Radare verfolgen die Ziele und auch die eigenen Raketen verfolgen.

Nach einem Abschussbefehl reagiert das Kampfsystem automatisch – innerhalb von zwei bis drei Sekunden. Es kann gleichzeitig bis zu vier Ziele in einem 90-Grad-Sektor treffen. Panzir-ME hat beinahe keine Blindzone, es verfügt über drei Radare — ein optisches, eines mit Ortung auf große Entfernungen (bis zu 50 Kilometern) und eines mit Zielverfolgung. Der Komplex „sieht“ Flugkörper in Details, darunter sogar Fallschirme.
Panzir-ME wurde im Schipunow-Konstruktionsbüro für Gerätebau in der Stadt Tula entwickelt. Hauptkonstrukteur Juri Sawenkow zufolge ist „die Geburt des seegestützten ‚Panzirs‘ die Forderung der Zeit. In den letzten Jahren werden die Ziele des Flugabwehrkomplexes zunehmend stärker, wobei sie wesentlich kleiner und weniger bemerkbar werden.

„Wenn ein Gegner Mittel für Luftangriffe einsetzt, so beginnen wir, die Ziele mit Raketen (wir haben mächtige Raketen) auf einer 20 Kilometer langen Distanz zu bekämpfen. Dann erledigen wir aus der Kanone das, was näher heranfliegt. Und wenn das eine 500 Kilogramm schwere Fliegerbombe ist, so ist sie sinnvoller mit der Artillerie zu zerstören. Der Komplex Panzer-ME ist so universell, dass er auch auf Flugzeugträgern und kleinen Schiffen (mit Wasserverdrängung von 500 Tonnen) installiert werden kann“, so Sawenkow.

Die Waffenproduzenten von Tula wollen eine ganze Serie solcher Erzeugnisse herstellen, während im Westen erst jetzt ähnliche Erzeugnisse entwickelt werden.
Die Tulaer Flugabwehrkomplexe Kaschtan, Kaschtan-M und Panzir-ME suchen weltweit ihresgleichen, denn sie vereinen in ihrer Turmanlage eine mächtige Artillerie- und Raketenbewaffnung mit integriertem Funkortungslenksystem.

Im Vergleich zum Komplex Kaschtan-M ist das Trefferpotenzial bei Panzir viermal so hoch. Die wichtigsten Vorteile des Komplexes sind die kurze Reaktionszeit bei großer Mehrkanaligkeit. Die Kampfproduktivität und das Trefferpotenzial eines Kanals sind zwei- bis viermal so hoch wie bei den Flugabwehrkomplexen nur mit Artillerieausrüstung. Jedes Kampfmodul verfügt über vier Dutzend zweistufige Fla-Lenkraketen mit einem Feststoff-Beschleuniger und stabförmigem Gefechtskopf mit Splitterwirkung.

 

Quelle: Sputnik

 

 

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