Der serbische Rechtsanwalt Goran Petronijevic hat im Gespräch mit Radio Sputnik den Rücktritt von Carla del Ponte aus der Untersuchungskommission der Vereinten Nationen für Syrien kommentiert. Ihm zufolge gelang es dem Westen nicht, Damaskus die Schuld an den Verbrechen des Syrien-Konflikts zuschieben.

„Die Menschen, die in solchen Kommissionen der Uno arbeiten, machen in der Regel alles unter Kontrolle der amerikanischen Administration. Wenn sie irgendwelche Tatsachen ermitteln müssen, erhalten sie eine ‚Entwicklungsaufgabe‘. Man schickte Menschen wie Carla del Ponte mit dem Vorurteil nach Syrien, dass die Kräfte Baschar al-Assads die ‚bösen Kerle‘ sind“, so Petronijevic.

Del Ponte habe zwar eine Menge Erfahrung, doch sei auch ihr einmal ein grober Fehler unterlaufen: Im Internationalen Jugoslawien-Tribunal habe sie ausschließlich die Serben beschuldigt. Dann habe sie eine Art Fegefeuer durchlaufen.
Nach dem Rücktritt als Hauptanklägerin publizierte sie das Buch „Im Namen der Anklage: Meine Jagd auf Kriegsverbrecher und die Suche nach Gerechtigkeit“. Laut Petronijevic handelt dieses von Verbrechen an den Serben und dem Handel von Organen der Kosovo-Serben, der unter der schützenden Hand des heutigen Präsidenten der Republik Kosovo, Hashim Taci, erfolgt sein soll.

„Genau damit brachte Del Ponte – wenn auch spät – die Überzeugung des bedingten Westens, dass im jugoslawischen Konflikt lediglich Serben die ‚bösen Kerle‘ waren, ins Wanken“, so der Rechtsanwalt.

Er fügte hinzu: „Ich denke, dass sie in Syrien schnell verstanden hat, dass die Entwicklungsaufgabe, die die Kommission erteilt hatte – nämlich die Kräfte Assads zu beschuldigen und alle anderen als ‚gute Kerle‘ darzustellen –, nicht der ehrlichen Sachlage entsprachen. Es ist nicht ausgeschlossen, dass der Name Carla del Pontes angesichts ihres Rufes im Westen jetzt dafür genutzt wird, auf die Notwendigkeit der Schaffung eines ad-hoc-Tribunals für Syrien nach dem Jugoslawien-Modell hinzuwiesen sowie darauf, dass Russland mit Sicherheit dagegen sein wird.“
Am Sonntag hatte Carla del Ponte nach Angaben von Reuters in einer Podiumsdiskussion in Locarno ihren Rücktritt als UN-Sonderermittlerin bekannt gegeben, weil die fehlende politische Unterstützung seitens des Sicherheitsrates diese Arbeit „unmöglich“ mache. Sie sagte, sie habe bereits einen entsprechenden Brief vorbereitet.

 

Quelle: Sputnik

 

 

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