Der Forschungsdienst des US-Kongresses hat vor kurzem einen umfangreichen Bericht zur „Rolle der USA in der Welt: Geschichte und Probleme des Kongresses“ veröffentlicht, berichtet die «Nesawissimaja Gaseta».

Darin verwiesen die Experten darauf, dass der seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges existierende Status als globale Führungskraft schwindet. In dieser Zeit habe sich Amerika um die Verteidigung einer offenen Weltordnung bemüht, die es unter Mitwirkung seiner Verbündeten angeblich nach Mai 1945 etabliert habe.

Seit dieser Zeit behaupteten alle US-Präsidenten, die Kräfte anzuführen, die für Freiheit, Demokratie und Menschenrechte in allen Regionen der Welt stehen. Zugleich kritisierten sie ständig verschiedene Machthaber, die sie für autoritär und undemokratisch hielten. Und immer wieder bemühte sich Washington darum, die Entstehung von regionalen Hegemonien zu verhindern, die ihm potenziell die Stirn bieten könnten.
Die Verfasser des Berichts stellten fest, dass einige Aussagen und Schritte des Präsidenten Donald Trump in letzter Zeit eine gewisse Unsicherheit des Establishments bezüglich der künftigen Rolle der USA provoziert haben, so dass unter Diplomaten und für die strategischen Prinzipien Washingtons zuständigen Experten und Politikern sowie in der Gesellschaft zahlreiche Debatten begonnen haben.

Sollte sich der globale Status der Vereinigten Staaten verändern, könnte das eine wesentliche Rolle für ihre Außenpolitik, ihre nationale Sicherheit und ihre außenwirtschaftliche Politik spielen, wie auch für diverse Programme innerhalb des Landes, warnten die Experten.

Zugleich verwiesen sie darauf, dass einige Großmächte und vor allem China in wirtschaftlicher, militärischer und politischer Hinsicht immer stärker werden. Diese Länder haben ihre eigenen Ansichten zur Weltordnung, die nicht unbedingt mit den Ansichten der Amerikaner übereinstimmen. Deshalb müsse man in Washington diese Veränderungen bei der globalen Umverteilung der Macht analysieren und mit den jeweiligen Ländern zusammenarbeiten, um gemeinsame Vorgehensweisen auszuarbeiten, so dass auch ihre Interessen berücksichtigt würden.

Bei der Ausübung seiner Außenpolitik sollte Washington den Experten zufolge sowohl auf die „hard“ als auch auf die „soft power“ zurückgreifen. Bei der „hard power“ ginge es logischerweise um den Einsatz der US-Truppen, aber auch um einige andere Formen des Drucks auf potenzielle Gegner. Zur „soft power“ gehören solche Mittel wie Diplomatie und Förderung der Entwicklung von „nicht freundschaftlichen“ Ländern, die Unterstützung von internationalen Institutionen sowie die Förderung der amerikanischen Musik, Filmkunst, Literatur usw.
Als der Chef der Haushaltsverwaltung im Weißen Haus, Mick Mulvaney, im März einen Entwurf des föderalen Haushalts für das Finanzjahr 2018 präsentierte, betonte er, dass der von Präsident Trump initiierte Entwurf ein „Haushalt der ‚hard power‘“ sei. „Der Präsident will unseren Verbündeten und auch potenziellen Gegnern klar zu verstehen geben, dass die aktuelle Administration die ‚Administration der hard power‘ ist“, so Mulvaney. Nach seinen Worten ist im kommenden Jahr eine Vergrößerung der Ausgaben des Verteidigungsministeriums, des Ministeriums für Innere Sicherheit und des Ministeriums für die Angelegenheiten der Veteranen vorgesehen. Besonders viel Geld werde aber das Pentagon bekommen.

Unter anderem geht man in Washington davon aus, dass Militärkontingente in verschiedenen Teilen Europas, des Asien-Pazifik-Raums sowie in der Golfregion entfalten werden müssten.

Im Januar hatte Trump das Pentagon mit der Entwicklung einer neuen Militärstrategie beauftragt, damit die US-Streitkräfte alle möglichen Aufgaben zwecks Förderung der nationalen Sicherheit erfüllen können. Der Kongress soll in absehbarer Zeit entscheiden, inwieweit die mögliche Veränderung der Rolle der USA in der Welt ihre Militärstrategie, die vor den US-Streitkräften zu stellenden Aufgaben sowie die Rüstungsausgaben beeinflussen könnte bzw. sollte.

 

Quelle: Sputnik

 

 

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