Das russische Verteidigungsministerium hat neue Pläne für eine große Reform der Reserveoffiziersausbildung vorgestellt. Geplant ist, die militärischen Abteilungen in den Universitäten durch zweckbestimmte Zentren mit verbesserter Spezialausbildung zu ersetzen.

Der stellvertretende Verteidigungsminister und Hauptverantwortliche für die Gesetzesinitiative, Nikolai Pankow, sagte, während er den Entwurf erläuterte, dass das derzeitige System der Reserveoffiziersausbildung veraltet ist. Derzeit vollzieht diese sich in den militärischen Abteilungen ziviler Hochschulen.

Der Beamte will diese militärischen Abteilungen durch eigene Ausbildungszentren ersetzen. Diese sollen Spezialisten auf der Grundlage der spezifischen Nachfrage des Verteidigungsministeriums auf ihren Dienst vorbereiten. Studierende aus zivilen Universitäten würden nach dem Bestehen von Prüfungen und Tests hinsichtlich ihres geistigen Zustandes und ihrer physischen Konstitution in die Zentren aufgenommen werden.

Darüber hinaus könnten die zuständigen Beamten in den Zentren die Lehrpläne der verschiedenen Universitäten miteinander vergleichen und jene Studenten auswählen, die ihrer Meinung nach am besten für die Rolle eines modernen Militäroffiziers oder Fähnrichs geeignet sind.

Verteidigungsministerium wird künftig auch Stipendien vergeben

Das Hauptziel der Reform ist es, die Kampfbereitschaft der russischen Streitkräfte zu erhöhen. Insbesondere umfangreiche Schulungen für Reserveoffiziere an modernen Waffen und Militärgerät sollen dies gewährleisten, wodurch auch die Notwendigkeit einer Umschulung im Fall der Mobilmachung für diese Kategorie von Soldaten wegfiele.

Eine Quelle beim Verteidigungsministerium sagte dem Portal Life.ru News, dass der Gesetzentwurf auch eine Klausel enthält, die es den Studenten ermöglichen würde, Verträge für den Militärdienst zu unterzeichnen, bevor sie ihre Ausbildung beginnen. In diesem Fall würde das Ministerium ihnen ein Stipendium für die Dauer ihres Studiums anbieten.

Das russische Gesetz verpflichtet alle männlichen Staatsbürger im Alter von 18 bis 27 Jahren, ein Jahr beim Militär zu dienen. Jedoch können männliche Studenten bestimmter Universitäten den aktiven Dienst überspringen, wenn sie sich dafür entscheiden, in der Militärabteilung ihrer Universität zu studieren, um eine militärische Laufbahn einzuschlagen und anschließend eine mehrmonatige Übung in einem speziellen Militärlager absolvieren.

Seit Anfang 2016 haben Staatsbürger, die für ein Jahr zum Wehrdienst eingezogen werden, jetzt auch das Recht, sofort Zeitsoldat zu werden, wobei die Mindestdauer des Vertrags doppelt so lang ist wie die eigentliche Wehrpflicht. Diese Neuerung ist Teil einer größeren Reform, die im Jahr 2008 begonnen hatte und auf einen vollständigen Übergang zu professionellen Streitkräften in der Zukunft abzielt.

Armee wird zum attraktiven Dienstgeber

Im April 2015 sagte der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu zu Reportern, dass zum ersten Mal in der russischen Geschichte die Zahl der Vertragssoldaten mit 300.000 zu 276.000 Soldaten die Zahl der Wehrpflichtigen überschritten habe.

Mitte 2013 begannen die russischen Streitkräfte auf Initiative des Verteidigungsministers zudem, in umfangreicher Weise Forschungseinheiten zu testen. Seitdem hat die Führung sieben solcher Einheiten mit verschiedenen Arten von Truppen geschaffen: von Militärmedizinern bis hin zu neuen militärischen Befehlsstrukturen und Weltraumkräften.

Den Berichten des Verteidigungsministeriums zufolge war das Experiment erfolgreich. Die Mitglieder der Forschungseinheiten haben bereits zahlreiche technische Innovationen hervorgebracht, Dutzende von Computerprogrammen kreiert und Hunderte von Forschungsarbeiten in Fachzeitschriften veröffentlicht.

 

Quelle: RT

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