Die USA haben seit Kriegsbeginn im Jemen die Koalition mit Saudi-Arabien an der Spitze mit militärischen Lieferungen unterstützt und ihr notwendige geheime Informationen zur Verfügung gestellt, sagte der ehemalige Chef einer politischen Abteilung der jemenitischen Partei „Hizb Al-Haq“, Ahmed Ali al-Bahri.

Al-Bahri kritisierte die Aussagen des amerikanischen Botschafters im Jemen, wonach Washington keine Lösung für die jemenitische Krise habe. Der Politiker verwies in einem Interview mit Sputnik darauf, dass Saudi-Arabien den Krieg auf Anweisung der USA eingeleitet habe und kein Vorgehen ohne vorbereitende Vereinbarung mit den USA unternehme.
„Wenn Washington die Krise stoppen wollte, würde es Druck auf alle Konfliktparteien ausüben. Die Erklärungen des US-Botschafters wurden gemacht, nachdem das jemenitische Volk abgesagt hatte, die Initiative von Ould Cheikh (der UN-Sonderbeauftragte für den Jemen – Anm. d. Red.) zu akzeptieren. Die Jemeniten sind der Meinung, dass diese Initiative sie entwürdige und eine Gefahr für die Stabilität ihres Landes darstelle. Zudem sah man darin eine Ausrede für das Vorgehen von Saudi-Arabien im Jemen, was aber die wahre Sachlage verfälscht“, sagte al-Bahri.

Die jemenitische Politologin Mahmud al Tahir betonte, die UN-Versprechungen über die Beilegung der Jemen-Krise seien nicht umgesetzt worden. Die Erklärungen von europäischen Politikern über die Unzulässigkeit einer militärischen Konfliktlösung sollen auf ein politisches Spiel mit Saudi-Arabien gezielt haben, nicht aber auf die Lösung der Situation.

Was die Aussagen des amerikanischen Botschafters angeht, soll es der Expertin zufolge heißen, dass Saudi-Arabien die Situation im Jemen vollständig kontrollieren werde.

„In Saudi-Arabien muss man verstehen, dass es für keinen von Vorteil ist, den Krieg fortzusetzen. Riad muss danach streben, einen Weg der Aussöhnung zu finden, sonst wird der jemenitische Krieg zu einem Anlass für eine reale Krise in der Region“, so al Tahir abschließend.

 

Quelle: Sputnik