Wenn man keine anderen Probleme hat, macht man sich welche. Der Internet-Konzern Google hat jetzt ein „Sexismus“-Problem. Und zwar, weil ein Entwickler ein angeblich „sexistisches“ Manifest verfaßte, das „Vorurteile“ gegenüber Frauen bedient haben soll. Der Autor stellte in seinem 3000 Wörter (etwa zehn Seiten) umfassenden Text unter anderem fest, daß Frauen schlechtere Entwickler seien, die Männerdominanz in der Computerbranche also „natürliche” Ursachen habe. Auch seien Frauen einfach „netter”, während Männer dem Erreichen eines gewissen Status eine wichtigere Rolle zuschrieben und so eher Karriere machen.

Ganz furchtbar – es handle sich um „beleidigende Aussagen“, befand Konzernchef Sundar Pichai, der sogar eigens seinen Urlaub unterbrach, um den „sexistischen“ Entwickler persönlich zu feuern. Dessen Text stehe im „Widerspruch zu unseren Grundwerten und unserem Verhaltenskodex”, erklärte Pichai in einem Schreiben an die Belegschaft, das inzwischen auch von Medien veröffentlicht wurde.

Der Mitarbeiter hatte in seinem Manifest auch beklagt, daß es in einer ideologisierten Unternehmenskultur nicht möglich sei, eine abweichende Meinung offen zu vertreten. Dafür bekam er auch Zuspruch in Teilen der Belegschaft. Und seine prompte Entlassung durch den Konzernchef höchstpersönlich bestätigt seinen Befund auf unfreiwillige Weise.

 

Quelle: Zuerst

 

 

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