Die Ukrainer geben mehr als die Hälfte ihres verfügbaren Einkommens für Lebensmittel aus, weil sie beim Essen nicht sparen wollen, behauptet der Kiewer Sozialminister Andrij Rewa.

Auf die Frage, warum die Lebensmittel-Ausgaben der Ukrainer prozentual deutlich höher als die der Deutschen seien, mutmaßte der Minister kurzerhand, dass es wohl nicht an der Höhe des Einkommens, sondern an der Nahrungstradition seiner Landleute liegt.
„Wenn wir von 14 Prozent in Deutschland und 50 Prozent in der Ukraine sprechen, so geht es um die Prioritätenskala. Für meinen Vater zum Beispiel war es immer sehr wichtig, ordentlich zu essen“, so Rewa im Gespräch mit dem TV-Sender 112 Ukraina.

„Unsere Menschen haben historisch diese Tradition: Wegen der einstigen Hungersnot und Kriegen bildete sich ein Ernährungsverhalten heraus, das sich von dem in anderen Ländern unterscheidet.“
Laut einer Studie des Finanzportals Vexcash geben die Ukrainer nicht die Hälfte, sondern 38,1 Prozent ihres Einkommens für Lebensmittel aus. In Deutschland liegt der Anteil bei rund zehn Prozent.

Das durchschnittliche Bruttogehalt in der Ukraine betrug in den ersten vier Monaten dieses Jahres nach Angaben der Regierung in Kiew 6.500 Hrywna (215 Euro) im Monat.

 

Quelle: Sputnik