Budapest. Ungarn bereitet seinen politisch korrekten Kritikern schon wieder Kopfzerbrechen. Jetzt plant die Budapester Regierung offenbar die Einführung einer Art Wehrkunde-Unterricht an den Schulen. Die neue „patriotische und Landesverteidigungserziehung“ werde aber nicht an die Stelle des gegenwärtigen Sport- und Turnunterrichts treten, erklärte der Vize-Staatssekretär für Unterricht, Zoltan Maruzsa.

Es gehe vielmehr „um Inhalte, um ein Lebensgefühl, wie dies jetzt schon im Geschichts- und Geografie-Unterricht zur Geltung kommen kann“. Es handle sich deshalb auch nicht um ein neues Unterrichtsfach.

Die Regierung Orbán hatte Ende Juli entschieden, Studien zu einem neuen Lehrplan für den Sportunterricht in Auftrag zu geben. Dabei solle auch „das Programm der patriotischen und Landesverteidigungserziehung im Lehrplan zur Geltung kommen“, hieß es in dem offiziellen Beschluß.

Überängstliche warnen freilich vor einer drohenden „Militarisierung“ der ungarischen Schulen. Schon vor geraumer Zeit hatte die Regierung angekündigt, im ganzen Land rund 200 Schießstände errichten zu lassen, an denen auch Jugendliche ausgebildet werden sollen.

 

Quelle: Zuerst

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