In der russischen Staatsduma (Parlamentsunterhaus) wird im Oktober ein Buch über den Präsidenten Wladimir Putin präsentiert, schreibt die Zeitung «Iswestija» am Donnerstag.

Wie eine der Duma-Leitung nahestehende Quelle verriet, könnte die Präsentation am 7. Oktober, dem Geburtstag des Kreml-Chefs, stattfinden. Der Autor des Buchs „Putin. Unsere Werte“, der Berater des Dumavorsitzenden, Alexej Tschadajew, bestätigte die baldige Herausgabe des Buchs und erläuterte, dass es aus zehn Kapitel bestehe, die der Ideologie und dem Kurs Putins gewidmet seien.

Das Buch sei für das ausländische Publikum bestimmt, „sein Ziel besteht darin, der Welt über Wladimir Putin zu erzählen“, so Tschadajew. Zudem sei es „ein Versuch, die aktuellen Bedingungen zu analysieren, herauszufinden, worauf sie sich zurückführen lassen und eine Antwort auf die Frage zu geben, an welchem Punkt wir uns aktuell befinden“, so der Autor. Nach seinen Worten soll das Buch noch in diesem Jahr in die englische und spanische Sprache übersetzt werden.
Der wichtigste Gedanke in dem Buch bestehe darin, „dass sich die Souveränität nicht nur auf den Besitz von modernsten Rüstungen stützt, sondern vor allem in den Köpfen der Menschen steckt“. Kennzeichnend sei, dass die Russen zwar die Möglichkeit haben, Informationen aus verschiedenen Quellen zu bekommen, und dennoch die Ideologie und den Kurs des Staatsoberhauptes teilen, betonte Tschadajew.

„Wenn wir sagen: ‚Die Krim gehört uns‘ ist ‚wir‘ das Schlüsselwort. Denn wenn wir nur das Russland verkörpern würden, das (…) 1991 entstanden ist, dann wäre die Krim natürlich fremd für uns. Die Krim halten aber die ‚Erben‘ des Zaren- und des Sowjetrusslands für ihr Eigentum…Das ist die Logik der Rechtsnachfolger des historischen Russlands“, erläuterte der Autor. „Nach dem Jahr stützte sich der internationale Konsens immer darauf, dass es das alte Russland nie wieder geben würde, und an seiner Stelle ein merkwürdiges Gebilde mit einem halbkolonialen Regime existieren würde, das ruhig bliebe und sich von außerhalb lenken ließe. Und wenn wir sagen: ‚Die Krim gehört uns‘, zeigen wir, dass wir mit dieser Wahrnehmung nicht einverstanden sind.“

Am Beispiel der USA und Europas analysierte Tschadajew das Phänomen Donald Trump und verglich ihn mit der Figur Putins.

„In den deutschen politologischen Kreisen gibt es den Begriff ‚Putin-Versteher‘. (…) So werden diejenigen bezeichnet, die für einen Dialog mit Russland plädieren. Die westliche öffentliche Meinung – abgesehen von den Medien – ist ziemlich unterschiedlich eingestellt was Russland betrifft. Es gibt Kräfte, die zum Anti-Russland-Kurs neigen, aber gerade deswegen entstehen immer neue Sympathisanten, die mit Putin gewisse Hoffnungen verbinden. Denn der liberale ‚Mainstream‘ ist heute so, dass er Familie, Konservatismus und die traditionellen Werte für Relikte hält“, so Tschadajew.

2016 hatte der deutsche Journalist Hubert Seipel das Buch „Putin. Innenansichten der Macht“ präsentiert, das er anhand seiner Treffen, Gespräche und gemeinsamen Reisen mit dem russischen Staatschef geschrieben hatte. Nach seinen Worten hatte der Autor dabei das Ziel verfolgt, deutschen Lesern die wahren Ansichten und Motive Putins zu schildern. Der Kreml-Chef kam zur Präsentation, räumte aber ein, „kein einziges Buch“ über sich gelesen zu haben. Auf die Frage „Warum?“ antwortete er: „Ich weiß ja sowieso alles über mich.“

 

Quelle: Sputnik

 

 

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