Bei einer Demonstration zur „Vereinigung der Rechten“ in den USA kommt es zu heftigen Ausschreitungen, plötzlich fährt ein Mann mit seinem Auto in eine Menge von Gegendemonstranten und ein Polizei-Hubschrauber stürzt ab. Drei Tote, 35 Verletzte – was zum Teufel war da los?

Wer die Schlagzeilen des Mainstreams an diesem Morgen liest, der kann keinen Zweifel haben: Die „Nazi-Demo“ der „Ultra-Rechten“ in den USA ist aus dem Ruder gelaufen, weil Nazis eben gewaltgeile Bestien sind, und die Schuld an allem trägt nicht zuletzt Donald Trump, der zuerst das dazu nötige „Klima“ geschaffen und dann viel zu verhalten auf die Eskalation reagiert habe, da er die „Gewalt von beiden Seiten“ kritisierte. Wir wollen wissen: Um was ging es bei der Veranstaltung überhaupt? Wer war dabei? Wie kam es zur Gewalt? Warum raste ein Mann in eine Menschenmenge und wie hat Trump sich zu diesem Chaos geäußert?

Besucht wurde der „Aufmarsch“ unter dem Motto „Unite the Right“ (Vereint die Rechte!) hauptsächlich „von Rechtsextremisten, Neonazis, weißen Rassisten und Mitgliedern des Ku-Klux-Klans in den USA“, wie die Tagesschau und andere Medien berichten. Offen wurden an diesem Tag auch Nazi-Flaggen zur Schau gestellt, wie Bilder zeigen. Der Grund für die Demonstration in der US-Kleinstadt Charlottesville im US-Staat Virginia war offenbar vor allem die Kontroverse um die „Entfernung einer Statue des Südstaaten-Generals Robert E. Lee“, so die ARD weiter. Die Stadtverwaltung hatte laut Medienangaben angekündigt, das Denkmal entfernen zu lassen. Dagegen regte sich heftiger Widerstand. General Lee war der oberste Befehlshaber der Armee der Südstaaten, die im amerikanischen Bürgerkrieg laut Spiegel-Artikel „für den Fortbestand der Sklaverei“ kämpften. Dass es im US-Unabhängigkeitskrieg um mehr ging als um Sklaverei, wird vollständig ausgeblendet.

Für besondere Aufregung sorgte auch die Anwesenheit des nationalistischen Buchautors, Trump-Unterstützers und seit langer Zeit aus dem Ku-Klux-Klan ausgetretenen Amerikaners David Duke. Der erklärte am Rande der Demonstration im Interview mit Reportern des TV-Senders CNN: “ Wir sind entschlossen, uns unser Land zurückzuholen. Wir werden die Versprechen von Donald Trump erfüllen. Das ist, an was wir glauben. Das ist, warum wir Donald Trump gewählt haben. Weil er gesagt hat, dass er uns unser Land zurückgibt.“

Bereits am Samstag sollen sich mehrere hundert Demonstranten aus der rechten Szene und Gegendemonstranten der Antifa, von Black Lives Matter und anderen linksextremen Organisationen am Ort des Geschehens eingefunden haben, dann kam es erwartungsgemäß zu Ausschreitungen, verfeindete Gruppen prügelten mit Fäusten und Stöcken aufeinander ein, beschossen sich mit Reizgas und ähnliches mehr. Präsident Donald Trump zeigte sich schockiert und betroffen, sprach zunächst den Opfern und ihren Familien sein Beileid aus.

 

Weiter erklärte Trump:  „Wir verurteilen aufs Schärfste diese ungeheuerliche Zurschaustellung von Hass, Vorurteilen und Gewalt auf vielen Seiten“, so Trump. Für diese Aussage, die nicht allein den Rechten die Schuld an der Eskalation gibt, hagelte es daraufhin harsche Kritik – auch aus den Reihen der Republikaner. Trump habe die Gewalt verharmlost, sich zu zurückhaltend geäußert. Der republikanische Senator Cory Gardner erklärte wörtlich, man müsse „das Böse beim Namen nennen“ und sprach von „inländischem Terrorismus“. Der Gouverneur von Virginia, Terry McAuliffe, rief den Ausnahmezustand aus und erklärte:

„Ich habe eine Botschaft an alle weißen Rassisten und die Nazis, die heute nach Charlottesville kamen: Geht nach Hause! Ihr tut so, als seid ihr Patrioten. Aber ihr seid alles andere als Patrioten!“

Dann der Schock: Plötzlich rast ein Mann in einem amerikanischen Muscle-Car durch eine enge Straßenschlucht in die Menschenmenge, Personen fliegen durch die Luft, viele werden verletzt, eine 32-jährige Frau stirbt noch am Tatort. Im Rückwärtsgang rast der Amok-Fahrer wieder davon, flieht vor den Kameras und der Polizei – die jedoch identifiziert und fasst ihn wenig später. Laut bisherigem Stand soll es sich um einen 20-Jährigen namens James Alex Fields Jr. aus Ohio handeln. Viel mehr ist bislang nicht bekannt. Das FBI hat die Ermittlungen aufgenommen. Wie die englische Zeitung Daily Mail berichtet, haben Gegendemonstranten das Auto mit Steinen beworfen, woraufhin der Fahrer plötzlich durchdrehte und Gas gab. Hier die Quelle, der Daily Mail, wo es außerdem viele Fotos und Videos von den Ausschreitungenmzu sehen gibt.

 

Später, nachdem die Versammlungen weitgehend aufgelöst waren, stürzte aus bislang ungeklärten Gründen ein Polizeihubschrauber in Charlottesville ab – zwei Polizisten starben. Diverse Medien sprechen derzeit von einem Akt des Terrors rechter Kreise gegen die Demokratie und sehen die Verantwortung für die Ausschreitungen alleine bei Trump und seinen Unterstützern. Aus den derzeit kursierenden Videos lässt sich schwerlich ein eindeutiges Bild rekonstruieren, die Meinung der allermeisten Mainstreammedien lässt für den Leser allerdings keinen anderen Schluss als den folgenden zu: Die USA haben ein gewaltiges Nazi-Gewaltproblem – und der Anführer der rechtsextremen Straßenschläger sitzt im Weißen Haus. Diese Ansicht vertritt vor allem Richard Cohen, Präsident der US-Bürgerrechtsorganisation „Southern Poverty Law Center“. Der erklärte: „Diese faschistische Bewegung bedroht uns nicht nur mit extremer Gewalt, sie bedroht auch unsere Demokratie.“

 

 

Quelle: Compact

 

 

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