Der iranische Präsident Hassan Ruhani hat mit der Aufkündigung des Atomabkommens im Falle weiterer US-Sanktionen gedroht. Dies meldet die Agentur AFP am Montag.

„Die negative Erfahrung der Sanktionen und der Eindämmung hat die vorherigen Administrationen an den Verhandlungstisch gebracht“, sagte Rouhani in einer im Fernsehen übertragenen Ansprache im Parlament.

Teheran könne das Atomabkommen „innerhalb von Stunden“ aufkündigen, sollten die USA zu dieser alten Praxis des Zwangs zurückkehren.
Zuvor hatten die USA 18 iranische Unternehmen und Personen auf eine Sanktionsliste gesetzt. Dabei hatte Washington früher bestätigt, dass der Iran die Bedingungen des Atomabkommens erfülle.

Teheran kritisierte scharf die neuen Sanktionen Washingtons. Am vergangenen Montag verabschiedete das iranische Parlament als Antwort auf die amerikanischen Sanktionen einen Gesetzesentwurf, der den Etat des iranischen Raketenprogramms erhöht. 520 Millionen US-Dollar sollen für seine Entwicklung freigegeben werden.

Der Iran und die Sechser-Gruppe (die fünf UN-Vetomächte und Deutschland) hatten im Juli 2015 eine Lösung im jahrelangen Atomstreit erzielt. Die langwierigen Verhandlungen endeten mit der Verabschiedung eines gemeinsamen umfassenden Aktionsplanes. Seine Umsetzung führte zur vollen Aufhebung der früher gegen den Iran verhängten Wirtschaftssanktionen seitens des UN-Sicherheitsrates, der USA und der Europäischen Union. Als Gegenleistung muss Teheran den friedlichen Charakter seines Atomprogramms garantieren.
Der Aktionsplan trat am 16. Januar 2016 in Kraft. Ende Februar erklärten Vertreter der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO), Teheran komme seinen Verpflichtungen nach.

 

Quelle: Sputnik