Präsident Obama tat sein Bestes, um zu verschleiern, dass US-Streitkräfte bereits im Irak sind und dort auch mitkämpfen. Dies erklärt der ehemalige Pentagon-Beamte Michael Maloof im Gespräch mit RT. Ähnlich wie im Nachbarland Syrien hat das US-Militär jedoch die Absicht zu bleiben.

Das US-Militär gab jüngst bekannt, dass zwei seiner Soldaten im Kampf im Irak getötet wurden. Laut dem Pentagon starben die Soldaten am Sonntag im Norden des Landes. Fünf weitere wurden verletzt. Sie nahmen an Operationen gegen den IS teil.

Die Stellungnahme des Pentagon gab keine Todesursache bekannt, sondern teilte nur mit, dass die Todesfälle nicht auf feindliches Feuer zurückzuführen seien. Allerdings widersprach der IS dieser Aussage und erklärte, durch einen Raketenangriff in der Stadt Tal Afar vier US-Soldaten getötet zu haben. Tal Afar liegt westlich von Mossul. Dort sind zurzeit Anti-IS-Operationen im Gange.

RT sprach über die aktuelle Situation mit Michael Maloof, einem ehemaligen Mitarbeiter des Pentagon.

Wir hören zwei sehr unterschiedliche Versionen von dem, was passiert ist. Der IS sagt, dass er vier US-Amerikaner getötet habe. Die USA sagen, der Tod sei auf keinen Kontakt mit dem Feind zurückzuführen. Welche Schlüsse ziehen Sie daraus?

Es geschah wahrscheinlich in der Gegend um Tal Afar, ganz in der Nähe der Kampfzone. Die US-Amerikaner, die vermutlich getötet wurden, waren wahrscheinlich Spezialkräfte, die unweigerlich in das Kampfgeschiehen gerieten, obwohl sie sich nur zum «Trainieren und Beraten» dort befinden. Sie wurden unvermeidlich in den Kampf hineingezogen und erleben eine Menge unheimlicher Begegnungen.

Es könnte sie jemand von hinten beschossen haben, oder, wie der IS es berichtet, töteten dessen Milizen vier US-Amerikaner. Ich denke, man kann auch die Möglichkeit nicht ausschließen, dass die USA keine Werbung für den IS machen wollten, indem sie ihm die Tötung von vier US-Amerikanern zuschrieben. Diesbezüglich werden wir nie die ganze Geschichte erfahren. Ich sollte auch darauf hinweisen, dass der vorliegende Bericht vorläufig ist.

In der Stellungnahme der USA heißt es, dass diese Soldaten speziell in Kampfhandlungen involviert waren. Bisher wurde die US-Rolle in der Operation Inherent Resolve immer als «beratend und assistierend» beschrieben. Wurde nun einfach der Vorhang gelüftet?

Ja, sie haben diesen Vorhang bereits in den späteren Tagen der Obama-Regierung fallen lassen. Wenn Sie US-Truppen in einer Kriegszone im Einsatz haben, die sich am Kampf beteiligen, dann kämpfen Sie mit. Das ist das vorherrschende Denken und Fühlen unter den Truppen und den Soldaten in der Hierarchie des Pentagons selbst. Obama nuancierte die ganze Zeit allfällige Angaben darüber und schlich um das herum, was Realität war.

Die Realität ist aber, dass sie dort sind und dass sie mitkämpfen. Und weil sie in einer beratenden Rolle sind, müssen sie in manchen Fällen auf irgendeine Weise das Kommando übernehmen, weil die Truppen, denen sie helfen sollen, nicht ausreichend ausgebildet sind, um das selbst zu tun. Oder sie sind aufgrund des vernichtenden feindlichen Feuers nicht dazu in der Lage, weiterzumachen. So etwas passierte bereits zuvor, als US-Amerikaner sich zu weit in die vorderen Reihen wagten, und es wird nicht das letzte Mal gewesen sein.

Wenn es wahr ist, gelang es dem IS damit, einen tödlichen Raketenangriff gegen US-amerikanische Streitkräfte außerhalb von Mossul durchzuführen, wie sie es behaupten. Würden Sie sagen, dass dies ein Rückschlag in der Befreiung der Gebiete um Mossul ist?

Nein, würde ich nicht. Es ist nur so, dass einige Soldaten sich zu weit herauswagen. Egal, ob der Beschuss von hinten oder von vorne kam. Es zeigt, dass die irakischen Truppen noch Ausbildung und oft Führung brauchen. Was die Special Forces angeht, so ist es das, wozu sie ausgebildet wurden, das ist ihr Job. Es gab viele Fälle, bei denen zum Beispiel einige SEALs getötet wurden, weil sie sich bis an die Frontlinien gewagt hatten, weil sie nicht nur die Truppen, sondern auch die Luftunterstützung koordinierten. Und manchmal kamen sie zu nah [an den Feind heran].

Es ist verstörend, dass der IS diese Vorfälle verkündete. Und plötzlich sagt das Pentagon: «Nun, das wird alles untersucht. Es war kein Feinbeschuss.» Es kommt mir so vor, als wollten sie dem IS nicht den Erfolg gönnen, egal wie klein dieser sei.

Sechs Jahre, nachdem die USA das Ende des Irak-Kriegs verkündeten, gibt es dort noch immer mehr als 5.000 US-amerikanische Soldaten. Erwarten Sie, dass die USA dort noch viele Jahre bleiben werden?

Absolut. Ich denke, sie werden dort oben in der Nähe von Mossul eine Basis bauen. Das ist ein Hinweis, den ich von einigen Leuten habe, mit denen ich sprach. Ja, die USA werden dieses Mal bleiben. Sie werden wahrscheinlich für lange Zeit bleiben, genau wie es in Deutschland und Japan nach dem Zweiten Weltkrieg gewesen ist. Oder wir werden noch einmal Zeuge dessen, was im Jahr 2011 passierte, als alle US-Truppen abgezogen wurden und der IS dann ins Vakuum eindringen konnte.

Schauen Sie sich an, was im Juni 2014 passierte, als der IS Mossul angriff und die Stadt besetzte. Sie nahmen mehr als 13.000 Soldaten gefangen und übernahmen deren gesamte Ausrüstung, die die Iraker von den USA erhalten hatten. Es war eine Goldgrube für den IS. Dann gingen sie voran und schlachteten als nächstes diese Truppen ab. Die Ausbildung muss beibehalten werden. Wenn die irakischen Truppen so gut wären, würden die USA nicht dort in der Nähe der Front sein und ihnen Ratschläge und Schulungen direkt an den Frontlinien geben müssen. Es ist einfach unlogisch, anders zu denken. Sie brauchen die Hilfe noch. Sie brauchen das Training und die Führung.

 

Quelle: RT

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