Gazproms Exportrekorde sind vor allem auf das Wachstum der Nachfrage in der Türkei, Deutschland und Österreich zurückzuführen. Diese Länder haben in der ersten Hälfte 2017 aus Russland 21 Prozent mehr Gas importiert.

Unter den größten europäischen Verbrauchern ist ein Rückgang des Gasexports nur in Italien und Großbritannien zu erkennen, schreibt die Zeitung „Wedomosti“ am Mittwoch.

Allerdings sei der Rückgang der Verkäufe in Italien nur eine zeitweilige Erscheinung, so eine Quelle aus dem Umfeld von Gazprom. „Nach der Reparatur der Pipeline, über die Gas aus Nordafrika nach Italien fließt, ist der Ankauf vom russischen Gas gesunken, allerdings nur im ersten Quartal“, so die Quelle. Jetzt nimmt er wieder zu.

Der Spitzenreiter bei der Gasnachfrage in Westeuropa ist Österreich, das den Gasimport aus Russland um 77,3 Prozent auf 3,75 Milliarden Kubikmeter erhöhte. In Mittel- und Osteuropa sind Rumänien (plus 165 Prozent) und die baltischen Staaten führend. Estland, Lettland und Litauen verdoppelten durchschnittlich den Import aus Russland – um 90, 75 und 125 Prozent.

Im Juli erhöhte Gazprom den Export ins ferne Ausland um 15 Prozent auf 15,1 Milliarden Kubikmeter und baut die Verkäufe im August weiter aus. Doch genaue Angaben zu den  Endverbrauchern werden nicht bekanntgegeben.

Europa brauche die Auffüllung der Gasvorräte in den unterirdischen Speichern, sagte der Partner von RusEnergy, Michail Krutichin. Zudem seien die steigenden Exportmengen der Flexibilität Gazproms in Bezug auf die Käufer zu verdanken.

„Vor dem Hintergrund der künftigen Konkurrenz mit Flüssiggas auf dem europäischen Markt führt Gazprom eine sehr flexible Preispolitik“, sagte Krutichin. „Der Export des Unternehmens wächst vor allem dank kurzfristigen Verträgen und Verkäufen auf dem Spotmarkt.“

Zudem seien die Preise für das russische Gas jetzt so niedrig, dass allein dieser Faktor die Nachfrage nach oben treiben könne, so der Experte. Unter diesen Bedingungen seien sogar Baltikum-Staaten bereit, bei Gazprom zu kaufen.

Laut dem Energieexperten Roman Samsonow ist Flüssiggas keine Gefahr für Gazprom. Selbst wenn zehn bis 20 Prozent der Gasmenge nach Europa als Flüssiggas geliefert werden, wird es in der nächsten Zeit nicht billiger als Pipelinegas sein.

Jetzt sei für Russland die Liefermenge wichtiger als die Gaspreise, so Analysten von Credit Suisse. Ihnen zufolge wird sich der Wettbewerb auf dem globalen Gasmarkt verschärfen, weil die Flüssiggaslieferungen ab 2018 zunehmen werden.

 

Quelle: Sputnik

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