In diesem September soll der von Serbiens Präsident Aleksandar Vučić initiierte „innere Dialog“ zum Kosovo-Problem aufgenommen werden. Dabei wird das Ziel verfolgt, eine Kompromisslösung zur Zukunft dieser Provinz herbeizuführen.

Beobachter rechnen damit, dass Vučić dann seine Position zum Problem darlegen wird. Indes unterbreiten serbische Politiker eigene Vorschläge, wie das Problem zu lösen wäre. Dabei kommen aus Belgrad mehrere Vorschläge, während die kosovarische Botschafterin in den USA, Vlora Citaku, der Meinung ist, dass es bereits eine Kompromisslösung gegeben hat: einseitige Ausrufung der Unabhängigkeit des Kosovo.

Serbiens Außenminister Ivica Dacic plädiert für die Zerstückelung des Kosovo in einen serbischen und einen albanischen Teil und besteht darauf, dass Pristina die enteigneten serbischen Eigentümer entschädigt. Handelsminister Rasim Ljalic schlägt eine Normalisierung der Beziehungen vor, ohne dass Belgrad die Unabhängigkeit des Kosovo anerkennt. Es geht hierbei um eine vollwertige ökonomische Zusammenarbeit und um einen Sonderstatus der Serben im Kosovo. Zudem dürfe das Kosovo Mitglied aller internationalen Organisationen bis auf die UN werden.

Laut Plan des serbischen Kosovo-Politikers  Oliver Ivanovic, sollte der Konflikt nach dem zyprischen Modell eingefroren werden. Denn die Kosovo-Albaner würden noch mindestens zehn Jahre lang politisch turbulent bleiben. In dieser Zeit könnte auf der Basis eines umfassenden Dialogs innerhalb Serbiens eine langfristige Plattform ausgehandelt werden, sagte Ivanovic.

Der Chef der Liberaldemokratischen Partei, Cedomir Jovanovic, plädiert für eine UN-Mitgliedschaft des Kosovo. „Aber Serbien wird das Kosovo nicht anerkennen. Erst unsere Kinder werden zur Anerkennung bereit sein und dies auf normale Weise tun“, meinte der Politiker.

Die Serben sind im Prinzip ein Volk von Individualisten. Nicht von ungefähr sagt man: Drei Serben – vier Parteien. In Serbien spürt jeder die Notwendigkeit, eine eigene Meinung zu haben. Aber die Albaner denken anders: Sie streben fanatisch danach, einen zweiten albanischen Staat ins Leben zu rufen. Einen haben sie schon seit 1913, er heißt Albanien. Einige Albaner möchten ausschließlich die „Republik Kosovo“. Die anderen pochen auf ein „Groß-Albanien“.

Aber beide Gruppen haben eins gemeinsam: sie wollen nicht mit Serben zusammen leben. Aber Serbien hat die Verfassung und die Resolution 1243 des UN-Sicherheitsrates, in der unumwunden festgeschrieben ist, dass das Kosovo ein integrierter Bestandteil Serbiens ist. Die Serben sollten an die Lösung des Kosovo-Problems mit kaltem Kopf herangehen, um übereilte Entscheidungen nicht zuzulassen.

 

Quelle: Sputnik

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