Der Irak und Saudi-Arabien wollen eine neue Allianz schmieden. Diese soll gewährleisten, dass Riad eine führende Rolle beim Wiederaufbau der sunnitischen Städte des Irak zufällt. Für Riad ist das Vorhaben ein Weg, um gegen den iranischen Einfluss anzugehen.

Saudi-Arabien wirft Teheran vor, die iranische Revolutionsidee ins Ausland zu exportieren und einen dominanten Einfluss im Irak und in Syrien anzustreben. Im Jemen beschuldigt Riad den Iran, einen Stellvertreterkrieg zu führen und die Huthi-Rebellen zu unterstützen. Die neuen Allianz-Pläne für einen Wiederaufbau des Irak durch Saudi-Arabien sind deshalb offenbar auch ein Versuch, den Irak vom mächtigen Nachbarn Iran wegzubewegen.

Konfessionalismus durch Konfessionalismus bekämpfen?
Der Irak und Saudi-Arabien waren lange Zeit Gegner in der Region. Diese Zeiten scheinen jedoch mit dem Besuch des irakisch-schiitischen Klerikers Muqtada al-Sadr in Riad in der vergangenen Woche vorerst vorbei zu sein.

Der Wiederaufbau durch die Saudis soll schwerpunktmäßig in den sunnitischen Städten Mossul, Falludscha, Ramadi und Tikrit erfolgen. Zwei Drittel der Einwohner Iraks sind Schiiten.

Der saudische Minister Saal al-Jabri:

Der Besuch war ein wichtiger Schritt, um sicherzugehen, dass der Irak in die arabische Welt zurückkehrt und hierin durch freundlich gesinnte Partner unterstützt wird. Dies ist eine Notwendigkeit und hat zur Folge, dass Teherans weiterführende Versuche, den Irak zu dominieren, eine Einschränkung erfahren und eine Ausbreitung des Konfessionalismus verhindert wird.

Ohne Riad keine Rückkehr in arabische Welt
Die sunnitischen Gebiete des Irak hätten den Schmerz des dreijährigen von den USA geführten Kriegs gegen den Islamischen Staat getragen, so Saal al-Jabri. Der Leiter des politischen Forschungszentrums in Bagdad, Eshan Al Shameri, sieht die neue Einigkeit zwischen Riad und Bagdad als Chance für eine Zukunft abseits des sunnitisch-schiitischen Konflikts. Aus seiner Sicht führt der Weg in die arabische Welt gezwungenermaßen über Saudi-Arabien.

Der neue gemeinsame Weg Riads und Bagdads ist auch im Sinne der israelischen Regierung. Schon auf der letzten Münchner Sicherheitskonferenz hatte Israels Außenminister Avigdor Lieberman nach einer neuen Koalition gegen den iranischen Erzfeind gerufen, die von den USA angeführt werden soll.

Einer solchen steht aber noch das Fehlen einer Lösung im Konflikt mit den Palästinensern entgegen. Jabri betonte, dass die Sicherheitssituation im Irak von zentraler Wichtigkeit für die gesamte Region ist.

 

Quelle: RT