Die katalanische Polizei sucht nach dem genauen Aufenthaltsort von drei Angehörigen der zwölf Mann starken Terrorzelle, die für die Angriffe in Barcelona und Cambrils verantwortlich ist, teilte eine Quelle im Rat innerer Angelegenheiten der Regierung Kataloniens der Agentur RIA Novosti mit.

Die Rede sei nicht von der Verhaftung dieser Personen, sondern von der Bestimmung ihres genauen Aufenthalts.
„Der Gruppe gehören zwölf Menschen an, fünf von ihnen sind in Cambrils erschossen, vier sind verhaftet worden, es bleibt, den Aufenthalt von der restlichen drei zu bestimmen“, so die Quelle.

Zwei von ihnen hätten sich vermutlich während der Explosion in dem Haus in der Stadt Alcanar (katalanische Provinz Tarragona) aufgehalten, in dem die Terroristen Bomben mit Hilfe von Gasflaschen produziert hatten. Unter den Trümmern des Hauses wurde offiziellen Angaben zufolge eine Leiche gefunden, die Überreste des zweiten Mannes werden analysiert.

Das hieße, dass wahrscheinlich nur ein Mitglied der Terrorzelle auf freiem Fuß ist.

Medienberichten zufolge richtet sich die Aufmerksamkeit der Polizei nun auf Younes Abouyaaquoub, einen derzeit flüchtigen 22 Jahre alten Marokkaner. Dabei handele es sich um den Bruder eines der getöteten Terrorverdächtigen von Cambrils. Demnach stammt er wie mehrere weitere Verdächtige auch aus Ripoll, einer Stadt rund 100 Kilometer nördlich von Barcelona.

Wie spanische Medien unter Berufung auf eigene Quellen berichten, war Younes Abouyaaquoub tatsächlich der Fahrer des Tatfahrzeugs, das am Donnerstag im Zentrum von Barcelona in eine Menschenmenge gerast hatte. Nach einer der Versionen soll dieser Mann nach dem Terrorakt einen Wagen gestohlen, seinen Fahrer getötet haben und auf eine Polizeistreife aufgefahren sein.
Dennoch bestätigen die katalanischen Behörden die Information, das Younes Abouyaaquoub der Haupttäter der Terrorattacke von Barcelona ist, offiziell nicht.

Früher hatte der Innenminister des Landes, Ignacio Zoido, mitgeteilt, dass die Terrorzelle vollständig neutralisiert worden sei. Die katalanischen Behörden widersprechen aber dieser Information. Laut dem Innenminister Kataloniens, Joaquin Forn, müsse man „noch zwei oder drei Menschen verhaften“.

Am Donnerstagnachmittag war in Barcelona ein Mann auf der Flaniermeile Las Ramblas mit einem Transporter in die Menge gerast und hatte dabei mindestens 15 Menschen getötet. Mehr als hundert weitere wurden verletzt. Das Attentat beanspruchte die Terrormiliz Daesh (auch Islamischer Staat, IS) für sich. Ein der mutmaßlichen Terroristen griff Passanten mit einem Messer an.

Nur wenige Stunden später ereignete sich in dem weiter südlich gelegenen Badeort Cambrils eine ähnliche Attacke. Dort fuhren mutmaßliche Terroristen auf der Strandpromenade gegen Mitternacht mehrere Menschen mit einem Pkw um, bevor sie von Sicherheitskräften gestoppt wurden. Sieben Menschen wurden verletzt, darunter auch ein Polizist. In dem Wagen wurde die Leiche eines erstochenen Spaniers gefunden.
Auch eine Explosion in einem Haus in der katalonischen Stadt Alcanar am frühen Donnerstagmorgen soll mit den Anschlägen in Zusammenhang stehen.

 

Quelle: Sputnik