AfD-Chefin Frau Petry betont im Spiegel, sie wolle aus der AfD eine Partei machen, die sich den Altparteien als Koalitionspartner anbietet. Dafür sollen nationalkonservative Politiker wie Björn Höcke und Andre Poggenburg aus der Partei ausgeschlossen werden.

Im Interview mit dem linksliberalen Magazin schimpft die 42-Jährige auf ihre Parteifreunde. «Viele in der AfD sehen bis heute nicht die Notwendigkeit, dass die AfD politikfähig werden und den Wählern realpolitische Angebote machen muss.» Im Gegensatz zu den unfähigen Kollegen sei ihr «das seit 2015 klar». Aber «Schnelligkeit in der Analyse» werde «im politischen Tagesgeschäft» nicht immer «belohnt», beklagt sie. Ihr «Anspruch» sei es, die AfD für die Altparteien «koalitions- und regierungsfähig» zu machen.

Kritiker sollen ausgeschlossen werden

Weiter behauptet Petry, «Sprechverbote» gingen ihr «gegen den Strich» – dennoch will sie den populären Thüringer AfD-Vorsitzenden Björn Höcke wegen seiner Dresdner Rede aus der Partei werfen. Dieser hätte «genügend Anlässe für ein Ausschlussverfahren geliefert», meint sie. Petry gibt allerdings später im Interview zu, «dass nicht jede meiner Reden, nicht jede meiner Vokabeln immer passend gewesen sind». Ein Parteiausschlussverfahren gegen sich selbst wegen ihrer sprachlichen Ausrutscher will sie aber offenbar nicht eröffnen.

«Wer soll es denn sonst machen?»

Ihre innerparteilichen Kritiker wie Andre Poggenburg, der in Sachsen-Anhalt knapp 25 Prozent der Wählerstimmen holte, seien rechtsextrem und hätten «in der AfD nichts zu suchen», findet Petry. «Es wird ein hartes Stück Arbeit, das nach der Bundestagswahl anzugehen», sagt sie. Um Entwicklungen in der AfD zu stoppen, die nicht ihren Vorstellungen entsprechen, «bedarf es einer starken Führung», so Petry. Den Wählern seien «interne Konflikte» sowieso «herzlich egal». Auf die Frage des Spiegel-Journalisten, ob sie sich auch in einem Jahr noch als Vorsitzende der AfD sieht, antwortet Petry: «Wer soll es denn sonst machen?»

 

Quelle: Freie Zeiten

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