Laut dem Nachrichtenportal „Zhongguo xinwenwang“ arbeitet China derzeit an der Entwicklung der neuen U-Boot-gestützten ballistischen Interkontinentalrakete Julang-3 (JL-3). Der russische Militärexperte Wassili Kaschin hat in einem Sputnik-Interview die Bedeutung der Rakete für die globale nukleare Abschreckung erläutert.

Kaschin betonte, China brauche eine neue Interkontinentalrakete, denn Pekings Potential für die nukleare Abschreckung sei ungenügend.

„Trotz der Tatsache, dass die Raketen JL-2, mit denen jetzt chinesische Atom-U-Boote ausgerüstet sind, eine hohe Reichweite haben (von 7400 bis 8000 Kilometer – Anm. d. Red.), sind ihre Möglichkeiten für die Eindämmung der USA begrenzt. Chinesische Atom-U-Boote operieren im Südchinesischen Meer. Gleichzeitig können sie wegen der Aktivität der amerikanischen und japanischen Seekräfte auf Schwierigkeiten stoßen, sollten sie versuchen, chinesische Territorialgewässer zu verlassen“, sagte Kaschin.

Laut dem Experten werden die JL-2-Raketen das US-Territorium im Falle eines bewaffneten Konfliktes nicht erreichen.

„Sie können für die Angriffe auf die Verbündeten der USA und Militärstützpunkte in Asien benutzt werden, aber ihre Rolle in der nuklearen Abschreckung ist gering. Für die Entwicklung seiner seegestützten strategischen Atomwaffenkräfte braucht China eine Rakete mit der Reichweite von 11 000 bis 13 000 Kilometer mit unabhängig steuerbaren Mehrfach-Wiedereintrittskörpern“.

Die Tests von JL-2-Raketen hätten sehr lange gedauert und es gebe eine Reihe von Versagen und Verzügen. Eines der Versagen hätte beinahe zur Vernichtung von einem der getesteten U-Boote geführt. Erst 2012 sei es gelungen, einen Durchbruch zu erreichen.

Der Experte ist der Ansicht, die Ausarbeitung der JL-3-Rakete werde schneller und unproblematisch verlaufen.

„Der Unterschied zwischen JL-3 und JL-2 ist nicht so groß wie der Unterschied zwischen JL-2 und JL-1 (die erste chinesische U-Boot-gestützte ballistische Rakete – Anm. d. Red.). Die Chinesen würden aus ihrer Erfahrung Nutzen ziehen und schneller Fortschritte machen“, so Kaschin.

 

Quelle: Sputnik