US-Senator John McCain hat auf seiner Homepage seine Strategie zur US-Politik in Afghanistan veröffentlicht. In den „Empfehlungen“, die McCain an die US-Politik richtet, sind keine konkreten Zahlen enthalten, jedoch besteht der Kern seiner Botschaft in einem Aufruf zur deutlichen Aufstockung der amerikanischen „Anti-Terror-Kräfte“ im Land.

Neben der Aufstockung der amerikanischen Militärpräsenz fordert McCain zudem das Recht für amerikanische Kräfte, Luftschläge gegen jegliche „terroristische Gruppen“ ausführen zu dürfen.

Der afghanische Politik-Experte, Abdul Kader Mesbah, kommentiert McCains Ratschläge als unprofessionell.

„Die Situation in Afghanistan ist längst nicht mehr unter der Kontrolle der afghanischen oder der ausländischen Kräfte“, betont der Experte.

Die USA hätten laut Mesbah bis jetzt drei Varianten ausgearbeitet: Man könnte die Truppen vollständig abziehen, an private Sicherheitsfirmen wie etwa das „Blackwater“ abgeben oder ein militärisches Gleichgewicht im Land anstreben, bei dem die afghanische offizielle Regierung zumindest die großen Städte im Land kontrolliert.
Der Experte fügte hinzu, dass die neue US-Strategie im Falle ihrer Verwirklichung nur zu mehr Opfern unter den afghanischen Zivilisten führen werde, denn dann wären die Häuser aller Afghanen im Fadenkreuz der Amerikaner.

Die neue amerikanische Regierung sei schon seit mehreren Monaten damit beschäftigt, eine neue Strategie auszuarbeiten. Das Ausrufen einer neuen Strategie sowie auch das bloße Aufstocken der Militärpräsenz wären unprofessionell, so Mesbah.

„Vom militärischen Standpunkt aus betrachtet hat das ausländische Kontingent in Afghanistan eine Niederlage erlitten; zu viele Fehler wurden gemacht“, so der Experte.

Abschließend betonte Mesbah: „Wenn die ausländischen Kräfte weiterhin beim Vernichten von Terroristen Wohnviertel bombardieren, in denen einfache Menschen in Lehmhütten wohnen, werden sie Afghanistan für immer verlieren.“

 

Quelle: Sputnik