TURKU. Der Messerattentäter von Turku hat sich zeitweise auch in Deutschland aufgehalten. Eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums bestätigte der Nachrichtenagentur dpa, daß der 18 Jahre alte Marokkaner von Ende 2015 bis Anfang 2016 in Deutschland war. Er habe keinen Asylantrag gestellt, sei aber erkennungsdienstlich behandelt worden.

Die finnischen Behörden gaben am Montag den Namen des Attentäters bekannt. Abderrahman Mechkah war seit etwa einem Jahr in Finnland. Laut dem finnischen Sender MTV soll sein Asylantrag abgelehnt worden sein. Die finnischen Behörden bestätigten das bislang nicht.

Mechkah werden zwei Morde aus terroristischem Motiv sowie acht Mordversuche aus terroristischer Absicht vorgeworfen. Die Polizei nahm zudem vier weitere Marokkaner wegen einer möglichen Beteiligung an der Tat fest. Die Männer bestreiten dies aber. Am Dienstag soll ein Gericht über die weitere Untersuchungshaft entscheiden. Mechkah soll per Video aus dem Krankenhaus zugeschaltet werden.

Passanten kümmerten sich um Baby von verletzter Mutter

Der 18jährige Moslem hatte am Freitag in der finnischen Stadt Turku gezielt Frauen mit einem Messer angegriffen. Eine 67 Jahre alte Frau und ein 15jähriges Mädchen starben bei der Attacke. Sechs weitere Frauen, darunter eine Italienerin und eine Britin, wurden verletzt, ebenso zwei Männer, die den Attentäter stoppen wollte.

Mechkah griff unter anderem auch eine Mutter an, die mit ihrem Baby im Kinderwagen unterwegs war. Finnische und estnische Medien berichten, die Frau habe versucht, sich gegen den Angreifer zu wehren, sei aber verletzt worden. Nach der Attacke hätten Passanten sich so lange um das Baby gekümmert, bis der benachrichtigte Vater am Tatort eintraf. Zum Gesundheitszustand der Mutter machten die Behörden bislang keine Auskunft. Laut einigen Medien soll es sich bei ihr um die verwundete Italienerin handeln.

Finnischen Medien zufolge hatte die Polizei Anfang des Jahres von der Schutzpolizei Supo, die für die Terrorismusbekämpfung zuständig ist, einen Hinweis bekommen, wonach Mechkah sich radikalisiert habe.

 

Quelle: Junge Freizeit

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