Der Außenminister des Österreichs Sebastian Kurz ist besorgt, dass der Einfluss der Türkei und Saudi-Arabiens auf dem Westbalkan wächst. Dies teilte die Ausgabe «Die Welt» am Dienstag mit.

In Sarajevo oder Pristina etwa würden „Frauen dafür bezahlt, voll verschleiert auf die Straße zu gehen, um das Straßenbild zu ändern“, bringt die Ausgabe die Worte des  Außenministers. „Hier dürfen wir nicht tatenlos zusehen“, forderte er.

Der Außenminister forderte vor diesem Hintergrund eine Beschleunigung des Annäherungsprozesses des Westbalkans an die EU. Zwar stehe die EU derzeit vor Herausforderungen wie dem Brexit, der Flüchtlingskrise oder dem islamistischen Terrorismus, dennoch dürfe der Westbalkan nicht aus dem Blick geraten.

Es handele sich um eine Region mit jungen Staaten, in denen Spannungen untereinander oder zwischen verschiedenen Ethnien zuletzt wieder zugenommen hätten.

„Wir müssen daher weiterhin eine aktive Rolle in dieser für die EU so wichtigen Region spielen, Reformen und den Kampf gegen Radikalisierung unterstützen sowie eine glaubhafte EU-Perspektive bieten“, erklärte Kurz.

Bereits im Mai hatte die deutsche Bundesregierung erklärt, sie beobachte islamistische Einflussnahme im Westbalkan durch Saudi-Arabien und andere Golfstaaten. „Saudi-arabische Missionierungsorganisationen sind auch im Kosovo aktiv und verbreiten hier die von Saudi-Arabien vertretene wahhabitische Interpretation des Islam, etwa durch die Entsendung von Predigern“, antwortete sie auf eine Anfrage der Linken-Bundestagsfraktion.

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