Die chinesische Wirtschaft wächst nicht mehr so rasant wie früher. Die ganze Welt verfolgt das Wachstum der Schuldenblase Chinas und erwartet den Beginn einer neuen globalen Finanzkrise, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Mittwoch.

Peking sichert allerdings zu, dass das zu einem neuen Wachstumsmodell gewechselte China der Hauptantrieb der Weltwirtschaft bleibe.

Wie die Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, stiegen die wichtigsten wirtschaftlichen Kennzahlen im Monat Juli deutlich geringer als prognostiziert worden war, was den Weltmarkt beunruhige. Die Besorgnisse seien angesichts der Rolle Chinas in der Weltwirtschaft klar, da China einen Drittel des Wachstums der globalen Wirtschaft sichere und jede Schwankung eine Welle in der ganzen Welt auslösen werde. Doch die überaus aktive Reaktion sei zu voreilig und kurzsichtig.

In China wird die Verlangsamung der „globalen Lokomotive“ mit dem Übergang von einem Hochgeschwindigkeits-Wachstum zu einem mittelhohen Tempo und der Optimierung der Struktur des Wachstumsmodells von einem instabilen, auf den Export und auf Investitionen ausgerichteten zu einem Modell erklärt, das vom Verbrauch, vom Dienstleistungssektor und von Innovationen profitiert.

Als Beispiel eines solchen Übergangs nennt Xinhua das Wachstum des Verbrauchs im Lande. „In der ersten Jahreshälfte stieg der Verbrauch in China um 10,4 Prozent, womit 63,4 Prozent des Wirtschaftswachstums des Landes gewährleistet wurden.“

Auch der Dienstleistungssektor, auf den 54,1 Prozent der chinesischen Wirtschaft entfallen, hat in der ersten Jahreshälfte ebenfalls ein hohes Tempo beibehalten. Dabei sieht Peking auch Probleme, erklärt dies aber damit, dass das kurzfristige Wachstum einer langfristigen Entwicklung geopfert werde.

Vor dem Hintergrund der Verlangsamung der chinesischen Wirtschaft lobt Peking eine schnelle Entwicklung der Innovationen im Lande. Wie die chinesische Zeitung „Renmin Ribao“ am Dienstag berichtete, stieg China nach dem nationalen Innovationsindex auf Platz 17 und überholte damit Belgien.

Auffallend ist, dass optimistische Äußerungen in China eine Woche nach der Veröffentlichung eines IWF-Berichts über die chinesische Wirtschaft auftauchten. Der IWF warnt vor einem Risiko wegen des Schuldenbooms Chinas. Das Wirtschaftswachstum Chinas hing in der letzten Zeit zu stark von Kreditmitteln ab, weshalb China und folglich die ganze Welt von einer Finanzkrise betroffen werden können, wie der IWF berichtet.

Dabei erhöhte der IWF die Prognose für das BIP-Wachstum in China – 6,7 Prozent in diesem Jahr und 6,4 Prozent im nächsten Jahr (frühere Prognose – 6,6 bzw. 6,2 Prozent). Doch das beschleunigte Wachstum würde auch die Erhöhung der Schuldenlast nach sich ziehen, so IWF-Analysten. Zudem sind Experten über eine hohe Geschwindigkeit des Wachstums chinesischer Schulden beunruhigt. 2008 lagen sie bei 147 Prozent des BIP, im März 2016 waren es 225 Prozent des BIP.

Experten zufolge haben die Staatsschulden Chinas seit langem die kritische Grenze überschritten. „Doch mit der Schuldenblase Chinas ist nicht alles so eindeutig. Die Staatsschulden sind eigentlich nicht so hoch und machen 50 Prozent des BIP aus, was deutlich weniger als das kritische Niveau des IWF ist, es sind vor allem innere Schulden. Die mehr als 200 Prozent des BIP sind die Schulden von Staatsunternehmen gegenüber staatlichen Banken. Es handelt sich de facto also um unternehmensbezogene Schulden“, sagte die Alpari-Expertin Natalja Miljtschakowa.

„Für ein Land mit einem aktiv wachsenden BIP ist das kein Problem, doch wenn die Wirtschaft eines Landes langsamer als die Schulden wächst, ist es schon gefährlich“, sagte der Analyst von IFC Markets, Dmitri Lukaschow.

Russland gehöre nicht zu Gläubigern bzw. Darlehensnehmern Chinas, weshalb mögliche Probleme Chinas mit seinen Schulden Russland nicht beeinflussen sollen, so Miljtschakowa.

 

Quelle: Sputnik

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