Die Häftlinge des Madrider Gefängnisses Soto del Real haben einem der Teilnehmer des jüngsten Barcelona-Anschlags mit Gewalt gedroht, berichtet El Pais.

Driss Oukabir wurde nach Zeugnissen in eine Strafanstalt gebracht. Als der Mann durch das Territorium eskortiert wurde, haben andere Häftlinge ihm Beleidigungen und Drohungen zugerufen: „Scheiß Terrorist“, „Geh nur auf den Hof, und wir reißen dich in Stücke“ und ähnliche.
Um Oukabirs Sicherheit zu gewähren, hat die Gefängnisadministration beschlossen, ihn in eine Einzelzelle zu bringen.

Dem Mann werden Mord und die Teilnahme an einer Terrorgruppierung vorgeworfen. Der Ermittlung zufolge hatte Oukabir den Van für den Anschlag am 17. August in Barcelona gemietet.

Damals war in Barcelona ein Mann auf der beliebten Flaniermeile Las Ramblas mit einem Transporter in die Menge gerast und hatte 14 Menschen getötet. Mehr als hundert weitere wurden verletzt. Die Verantwortung für das Attentat übernahm die Terrormiliz Daesh (auch „Islamischer Staat“, IS). Insgesamt wurden drei Verdächtige festgenommen.

Nur wenige Stunden später ereignete sich in dem weiter südlich gelegenen Badeort Cambrils eine ähnliche Attacke. Dort fuhren mutmaßliche Terroristen auf der Strandpromenade gegen Mitternacht mehrere Menschen mit einem Pkw um, bevor sie von Sicherheitskräften gestoppt wurden. Sieben Menschen wurden verletzt, darunter ein Polizist. Die Polizei erschoss nach eigenen Angaben fünf Täter. Die Ermittler gehen von einem Zusammenhang mit dem Anschlag in Barcelona aus.

Auch eine Explosion in einem Haus in der katalonischen Stadt Alcanar am frühen Morgen des 17. August soll mit den Anschlägen in Zusammenhang stehen. Dort wurde eine Person getötet und eine andere verletzt. Nach Angaben des Senders Cadena Ser sucht die katalonische Polizei nach einem weiteren Transporter und zwei Verdächtigen, die in den Anschlag in Barcelona verwickelt sein könnten.

 

Quelle: Sputnik