Trump kündigte recht martialisch eine neue Afghanistan-Strategie an. Daraufhin konnten sich die meisten Medien, als auch die Börsen und der militärisch industrielle Komplex, kaum mehr halten vor echter und ungeheuchelter Freude. Endlich ist auch die “Lame Duck” im Weißen Haus diesbezüglich auf den Boden der Tatsachen zurückgekehrt. Die Fachleute wissen natürlich, dass die Neuausrichtung des Afghanistankrieges rein gar nichts mit Afghanistan zu hat, außer geographisch. Selbst für die Afghanen interessieren sich die Amis nicht. Die sind auch weiterhin nur Mittel zum Zweck und Alibi. Wir erläutern worum es wirklich geht.

Hier feiert eine Gazetten doppelzüngig den Punktsieg des militärisch industriellen Komplexes. Trumps neue Afghanistan-Strategie “Wir werden angreifen” … [SpeiGel auf Linie]. Die Wiederholung der in dem Artikel erwähnten Argumente kann man sich ersparen, weil vorgeschoben. Es reicht wenn man die General-Buhmänner, Taliban und den IS erwähnt, dann sind schon alle notwendigen Argumente für die Öffentlichkeit beisammen. Nur taugen die nichts bei einer härteren Analyse der frisch angezettelten Situation.

Ganz im Gegenteil. Wenn die USA nicht anfangen den Islamischen Staat intensiver zu beschützen, könnte er ihnen ungewollt unter den Fingern wegsterben. Schließlich ist es eine eigene Kreation und Joint Venture mit Saudi-Arabien. Die letzten Bastionen des IS, rund um Syrien werden gerade von den Russen, Syrern, Irakern und Iranern nachhaltig zerstört. Das Pentagon braucht aber den Krieg gegen den Terror noch einige Jahrzehnte und muss daher eine entsprechende Schutzzone für den Islamischen Staat finden. Nichts ist da idealer als Afghanistan. Vornehmlich muss man den IS dort allerdings gegen die Taliban verteidigen. Die sind nicht besonders gut auf den IS zu sprechen und würden ihn kurzerhand ausradieren. Insoweit ist zutreffend was Trump sagte, dass die Taliban auch weiterhin ein vordringliches Bombenziel für die Amerikaner bleiben werden. Das ist aber noch lange nicht alles.

Einer der viel wichtigeren Gründe ist, ein Testgebiet für neuartige Waffen im Bestand zu haben, wo man unter Live-Bedingen testen kann, wie 1946, als man beispielsweise dringend die Atombombe live testen musste. Damals erboten sich die Japaner für den zweimaligen Test.  Insoweit ist Afghanistan ein Areal, in dem man die neusten Errungenschaften der Waffentechnik auch an der Bevölkerung ausprobieren kann.

Immerhin werden die Kriege der Zukunft, soweit man die NWO hinbekommt, eher einer hochtechnisierten Aufstandsbekämpfung gleichen. Dann, wenn die Nationalstaaten irgendwann entfallen, dann gibt es offiziell keine Kriege mehr, sondern nur noch Aufstände. Für diese neuen Form der “Humanitären Mission” müssen noch allerhand Waffen ausprobiert werden. Exakt dafür muss man sich das Testgebiet Afghanistan dringend erhalten. Das könnte den USA sogar für den späteren Einsatz solcher Waffen innerhalb der USA sehr hilfreich sein.

Aber damit endet die Reihe der “America first” Argumente noch lange nicht, die durch die Neuausrichtung der Afghanistan-Politik jetzt durch Trump weiter zementiert werden. Es kann nie schaden einen großen Stützpunkt in unmittelbarer Nähe Russlands, Chinas und des Iran zu unterhalten. Allein dafür lohnt es sich, den “sogenannten” Krieg um dieses Fleckchen Erde nicht aufzugeben. Es ist und bleibt ein ideales Aufmarschgebiet. Sollte es später mal von einem der Gegner zerbombt werden, ist das nicht weiter dramatisch, schließlich ist es ja  nicht das eigene Territorium.

Um kurzerhand die Feindschaft zu den Taliban noch auf die richtigen Füße zu stellen, muss man wissen, dass diese die Drogenproduktion in Afghanistan 2001 fast auf Null runtergefahren hatte. Da aber Afghanistan das bevorzugte Drogenanbaugebiet des Vermarkters CIA ist, hat man noch einen Grund mehr auf diese Jungs sauer zu sein. Was liegt also näher als diese Drogenanbaugebiete nunmehr qualifiziert durch amerikanisches Militär schützen zu lassen? Schließlich befüllen sich die schwarzen Kassen des CIA doch nicht von alleine, das will gut organisiert sein.

Dann können wir auch noch den letzten Wirtschaftsaspekt erwähnen. Die vielen seltenen Erden und Mineralien, die Afghanistan zu einem Billionen-Schatz machen. Wer wollte den denn nur diesen unzivilisierten Barbaren oder gar den Taliban überlassen? Diese Werte zu verteidigen ist die größte Ehre für einen jeden US Söldner. Dafür sein Blut zu geben ist viel ehrenhafter als für wen noch mal in Afghanistan zu verrecken? Doch nicht Vater und Mutter! Eben, man muss stets nur die echten Werte im Auge halten und die sind nun mal sehr materiell. Der Mensch wächst wie Unkraut überall wieder nach.

Ernüchterndes Fazit

Insoweit ist es äußerst erstaunlich, dass es fast ein dreiviertel Jahr gebraucht hat, um dem Trump klarzumachen, weshalb die USA wirklich in Afghanistan als völkerrechtswidriger Besatzer vertreten bleiben müssen. Gottlob haben die USA weitere Verbrecher aus der Riege der NATO (Nord-Atlantische-Terror-Organisation) an ihrer Seite. Durch diesen geschickten Schachzug und das konsortiale Auftreten kann man die Völkerrechtswidrigkeit mehr oder minder gegenüber der Welt gut verbergen.

Denn dort wo alle Verbrecher versammelt sind, da kann es ja niemals UN-Recht geben. Und bestens diesen Artikel gleich wieder vergessen, um nicht missmutig zu werden, bei dem Gedanken, dass man den Trump bis dato tatsächlich für einen “Veränderer” hielt. Er kommt nach und nach in den alten Machtstrukturen an, wenn auch ein wenig holprig.

 

Quelle: Neopresse