Das chinesische Handelsministerium hat verkündet, dass es keine weiteren Wirtschaftsprojekte mit Nordkorea mehr geben wird, schreibt die Zeitung «Nesawissimaja Gaseta» am Montag.

Demnach reagierte Peking dadurch auf die Vorwürfe von US-Präsident Donald Trump, die Volksrepublik würde „viel zu wenig“  tun, um Nordkorea zum Verzicht auf dessen Atom- und Raketenprogramm zu zwingen. Trump habe den Chinesen mit Sanktionen und anderen Druckmaßnahmen gedroht. Unter anderem seien in Amerika Ermittlungen wegen des Diebstahls des geistigen Eigentums durch China eingeleitet worden.

Und nun habe Peking informiert, dass ab sofort neue Joint Ventures mit Nordkorea verboten würden. Diese Entscheidung trete unverzüglich in Kraft und stimme mit einer entsprechenden Resolution des UN-Sicherheitsrats überein.

Die Bekanntgabe dieser Restriktionen habe zeitlich mit der Veröffentlichung der jüngsten Informationen über den Handelsumsatz zwischen China und Nordkorea durch den US-Sender CNBC übereingestimmt.  Demzufolge schrumpft er dramatisch und belief sich im Juli auf 456 Millionen Dollar. Im Juni hatte diese Zahl bei 489 Millionen Dollar gelegen. Noch frappierender ist der Rückgang der Benzinlieferungen aus der Volksrepublik nach Nordkorea: 120 Tonnen im Juli gegenüber 8262 Tonnen im Juni.  Der chinesische staatliche Ölkonzern CNPC begründete das durch seine Zweifel an der Zahlungsfähigkeit Pjöngjangs.

Im Juni hatte Peking darüber hinaus den Kohleimport aus Nordkorea verboten, und der Erzimport aus diesem Land hatte im Juli etwa ein Viertel verloren. CNBC hatte vermutet, dass die Chinesen dem Druck seitens Washingtons nachgegeben haben könnten.

Allerdings behauptete eine Sprecherin des chinesischen Außenministeriums, die Themen Handel mit Nordkorea und dessen Atomprogramm hätten miteinander nichts zu tun.

„Die Halbinsel Korea und der Handel sind zwei verschiedene Probleme. Es ist unzulässig, das eine Problem zu nutzen, um den Partner im Kontext des anderen Problems unter Druck zu setzen“, betonte die Sprecherin und plädierte für die Wiederaufnahme der Sechserverhandlungen über Nordkoreas Atomprogramm.

Alexander Larin vom russischen Institut für Orientalistik zeigte sich überzeugt, dass China „an der Denuklearisierung Nordkoreas sehr interessiert ist, damit es der Welt nicht mehr mit seinen Atomwaffen droht. Denn ein Konflikt auf der Halbinsel Korea, besonders im Falle des Einsatzes von Atomwaffen, könnte immense Zerstörungen bringen.“

Der Konflikt könne auch zur Wiedervereinigung Koreas unter der Schirmherrschaft Südkoreas führen, so der Experte weiter: „Dann würde sich Korea als einheitlicher starker Staat etablieren, was China aber gar nicht passen würde. Andererseits will China dem Druck der USA nicht nachgeben und will, dass Nordkorea weiterhin existiert. Deshalb kommt es nicht den Forderungen Trumps entgegen. Aber die Maßnahmen, auf denen der UN-Sicherheitsrat besteht, erfüllt China.“ Larin vermutete, dass Peking „auch weiter gemeinsam mit anderen Staaten auf beschränkte Schritte zurückgreifen wird, um seine Beziehungen mit Pjöngjang nicht über Nacht zu verschlechtern, zugleich aber dessen Politik zu beeinflussen.»

 

Quelle: Sputnik

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