Der syrische Terrorverdächtige Abdullah K., der sich seit Juni im Hamburger Untersuchungsgefängnis befand, hat sich am Mittwoch in seiner Zelle erhängt. Dies erfuhr das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ aus Behördenkreisen.

Die Wachmänner sollen bei der morgendlichen Kontrolle gegen 06:25 Uhr den Häftling K. leblos vorgefunden haben. Der Leichnam sei zur Obduktion in das Institut für Rechtsmedizin des Universitätsklinikums Eppendorf gebracht worden.

Wie die Justizbehörde später mitteilte, hat K. im Rahmen des Suizidscreenings keine Anzeichen suizidalen Verhaltens gezeigt. Beim letzten Gespräch mit dem Psychologen am vergangenen Freitag habe er „stabil und orientiert“ gewirkt.

Der 40-Jährige war nach „Spiegel“-Informationen gemeinsam mit seinen drei Brüdern im Mai festgenommen worden. Sie sollen mutmaßliche Mitglieder der Terrororganisation Dschabhat al-Nusra gewesen sein und außerdem gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz verstoßen haben.

Nach Erkenntnissen der Ermittler haben sich die vier Beschuldigten spätestens im November 2012 in Syrien der Al-Nusra-Front angeschlossen. Zwei von ihnen sollen zudem Kriegsverbrechen in der Stadt Ras al-Ain im Norden des Landes begangen haben. K. soll unter anderem an Kämpfen gegen die Kurdenmiliz YPG beteiligt gewesen sein.
Der Suizid des Terrorverdächtigen erinnert an den Selbstmord des syrischen Flüchtlings Dschaber al-Bakr, der sich im Oktober 2016 ebenso in seiner Zelle erhängt hatte. Er war unter dem Verdacht der Planung eines Sprengstoffanschlags in Leipzig festgenommen worden. Der Suizid des Terrorverdächtigen, der in Verbindung zu der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) gestanden haben soll, führte zu heftiger Kritik an der sächsischen Justiz.

 

Quelle: Sputnik